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Energien

Traum:
Ein Treffen von Freunden findet statt. Ich bin eingeladen, wenngleich ich die Leute nicht kenne – ein vages Gefühl des Bekanntseins habe ich dennoch. Ein Mann – Typ milchkaffeebrauner Roman – trifft ein; er trägt einen Parka. Er begrüßt einige Freunde mit Umarmung und Kuss auf den Mund. Ich kenne ihn nur vom Sehen, und warte ab, ob er mich auch begrüßt. Nach kurzem Zögern sagt er: „Ich küsse Dich auch“, und nach einer Pause „…nicht aus Lust!“ Ich muss schmunzeln und sage: „Aber natürlich nicht aus Lust – … ich ja auch nicht.“ Nach Umarmung und Kuss wendet er sich den anderen zu.

Ich stehe dann so herum, weiß nichts zu sagen, die Gesprächsthemen interessieren mich nicht sonderlich. Als ich in die elterliche Küche gehe, sehe ich dort einen Typen am Boden hocken. Er schichtet Holzstückchen und Holzkeile zu einem Sechseck, um ein Feuer vorzubereiten. „Hey, Du kannst doch nicht auf dem Küchenboden ein Feuer machen!“ versuche ich ihn aufzuhalten. „Warum nicht?“, fragt er irritiert. Vielleicht habe ich keine Ahnung? Womöglich hält der Linoleumboden ein Feuer aus? Der Mann rückt mit dem Sechseck näher an das Fenster, und setzt seine Vorbereitungen fort.

Bald darauf unterhalte ich mich mit einigen darüber, dass ich oftmals einfach nichts zu sagen weiß, weil mich die Themen nicht interessieren, oder weil mir Hintergrundwissen fehlt. Die Folge ist dann meist ein Schweigen, woraufhin ich mich dann oft zurückziehe. Die Freunde hören mir interessiert und mit freundlichem Gesichtsausdruck zu. Sie finden es gut, dass ich mich nicht dränge, an den Gesprächen teilzunehmen. Einem Impuls folgend, möchte ich ein paar Bücher aus dem Schrank holen, die ich interessant finde. Es sind ein Symbollexikon – das ich einmal im Regen liegen ließ, dessen Seiten gewellt sind, und das seither keinen Einband mehr hat – und das gelbe Büchlein „Juwelen des Ostens“ von H.P. Blavatsky. Leider kann ich keines dieser Bücher finden. Es ist auch nicht im Küchenschrank, der mit Büchern gefüllt ist. Da wir gerade umziehen, ist nicht mehr (oder noch nicht) alles an seinem Platz. Wie schade!

Mit einem Male stürmt ein Mann in die Küche, stellt in Windeseile ein rundes, mächtig groß aussehendes Elektroteil auf den Tisch und stellt die Stromverbindung her. Das Teil schaut aus wie eine Mischung aus Kabeltrommel, Ventilator, Heizstrahler und Bauscheinwerfer. Es wirft leicht blau getöntes Licht in den Raum. Vermutlich ist es eine Gaslampe. Erschrocken rufe ich aus: „Halt! Nein! Das gibt eine Überspannung!!!!“ Reaktionsschnell zieht der Mann den Stecker. Um ihn gleich darauf wieder in die Steckdose zu stecken. Er schüttelt mit dem Kopf, über meine voreiligen Bedenken, die jeder realistischen Basis entbehren; er hält es für eine überzogene Reaktion. Und ja, das Licht scheint, und es geschieht tatsächlich nichts – kein Knall, kein Stromschlag, kein Brand.


Rand-Notiz:

Auffällig finde ich, dass sowohl das Siegel der theosophischen Gesellschaft als auch das persönliche Siegel von H.P. Blavatsky ein Hexagramm enthält, da es im Traum in Form einer Feuerstelle erscheint. Ansonsten hätte ich keinen Zusammenhang zwischen Feuerstelle und der Blavatsky gesehen. Das ist vor allem deshalb interessant, weil ich mich damit nicht beschäftigt hatte.

Das Meditations-Tagebüchlein „Juwelen des Ostens“ liegt derzeit griffbereit im Bücherregal. Aber als ich kürzlich hineinschaute, fand ich nur Altbekanntes darin, was mich dementsprechend langweilte. Ja, im Grunde wünschte ich mir, mal wieder etwas wirklich Inspirierendes zu lesen!

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3 Antworten zu Energien

  1. zuckerwattewolkenmond

    Ab irgendeinem Punkt ist es schwierig, noch Dinge zu finden, die man nicht kennt und die einem neue Inspirationen schenken. Manchmal finde ich es trotzdem ganz angenehm, mir Bekanntes bei anderen zu finden, weil es ab und zu neue Verbindungen, winzige “Gedankenabzweigungen” und Überlegungen gibt, welche die Klarheit zum einen erhöhen können und zum anderen plötzlich doch wieder inspirieren. ;o)

  2. REPLY:
    Ja, damit liegst Du sicher richtig! Vielleicht habe ich mal wieder eine anspruchsvolle Phase – um nicht zu sagen: eine unzufriedene Phase. ;-)
    Deine Zeilen haben mich dann auch auf eine andere Überlegung gebracht. Wenn ich etwas lese, dann lese ich es – aus meiner üblichen Gewohnheit heraus – immer vom gleichen/ähnlichen Standpunkt aus. Und von d e m müsste ich mal beiseite treten! Besser noch, mal aus einem anderen Blickwinkel auf die Inhalte schauen. Dann würde ich tatsächlich – wie Du schreibst – neue Verbindungen und “Gedankenabzweigungen” erkennen können. Nur das verwirrt mich, denn was Klarheit anbelangt… die fehlt mir, stets. Da sehe ich den Weg vor lauter Abzweigungen nicht. Merkur in Konjunktion mit Neptun. ;-)
    Schöne Träume Dir!

  3. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    Wie heißt es doch so schön: Umwege erhöhen die Ortskenntnis, von daher ist ein bißchen Nebel vielleicht ganz nützlich. ;o)
    Die ebenfalls schöne Räume (upps…ein Verschreiber: natürlich schöne Träume, aber wenn du magst auch schöne Räume *gg*)!