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Räucherstäbchen im Türkenzelt

Traum:
Die Nacht ist hell, als Mike und ich die ländlich gelegene Straße entlanggehen. Einige Meter vor einer scharfen Linkskurve entdecken wir allerhand Müll auf der Straße. Genauer gesagt, ist es gar kein Müll, sondern es liegen verpackte Lebensmittel auf und neben der Fahrbahn verstreut. Mike nimmt ein Teil auf, was mir gar nicht recht ist. Vielleicht könnte der Kontakt damit irgendwelche Krankheiten auslösen. „Lass es liegen!“, rufe ich ihm ängstlich zu. Im gleichen Moment wird eine Frauenstimme laut, die jenseits der Straße, aus dem Tal einer tiefgehenden Böschung, hinaufschallt. Es hört sich an, als fände dort gerade eine Session statt; die Packungen mit dem gekochten Schinken sind womöglich ein Teil des Proviants der Teilnehmer. Auch links der Straße gibt es einen tiefen Abhang, wo weitere Leute wahrzunehmen sind. Die Tatsache, dass hier Menschen im Abseits zusammengekommen sind, bestärkt mich noch darin, den ganzen Kram liegenzulassen und weiterzugehen. „Komm, weiter!“

Der Tag bricht an, als wir ein kleines Beduinenzelt erreichen. Leicht geduckt, den Stoffvorhang beiseite schiebend, treten wir ein. Hier werden Räucherstäbchen, Steingut und Glaswaren feilgeboten. Mike entdeckt ein kleines orientalisches Objekt aus schwerem Stein mit feinen eingeritzten Ornamenten. Ich gehe zu einem Ständer mit Räucherstäbchen – es sind immer zehn Stück in einem Papiertütchen. Bisher erschnupperte ich nur leichte Düfte – wobei ich schwere und süßliche Düfte bevorzuge. Ein Tütchen aus handgeschöpftem hellem Papier – es fällt zwischen all dem Papierbraun – ins Auge – erweckt mein Interesse. Die darin enthaltenden Räucherstäbchen duften zwar auch hell und eher blumenkrautig. Vielleicht schwingt eine Spur Jasmin mit; jedenfalls sagt mir dieser Duft aus unbegreiflichem Grund zu, und ich nehme ein Päckchen.

Als der kleine, rundbauchige Türke ins Zelt kommt, würden wir eigentlich gerne zahlen. Jedoch erinnern wir uns, im Moment gar kein Geld dabei zu haben. So legen wir die beiden Teile an den Fuß eines hölzernen Stützpfeilers, damit es dort für uns liegen bleibe, bis wir mit dem Geld zurückkehren. Mir scheint es etwas unsicher; gut möglich, dass wir es bei unserer Rückkehr nicht mehr hier vorfinden werden, denn der Türke zeigte keine bemerkenswerten Reaktionen auf unser Tun. Ich werfe noch kurz einen Blick in den hinteren Zeltbereich. Allerdings ist der weitere Weg durch einen Tresen verbaut, so kann nur der Blick schweifen. Es verunsichert mich, und möglicherweise ist die Abteilung gar nicht für die Kunden gedacht. Zudem möchte ich nicht die mir zugestandenen Grenzen übertreten. So verlasse ich, mit etwas unangenehmem Gefühl, das Zelt – Mike wartet bereits.

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