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Sonnenaufgang und Spiritualität

Traum:
Am frühen Morgen im Bioladen – der sich übrigens in jedem Traum anders, manchmal sogar völlig anders darstellt, und bemerkenswert selten jenem Bioladen ähnelt, den ich so gut kenne.

Die Stimmung ist behaglich und friedlich, noch vor der Öffnungszeit, und in angenehmes Licht getaucht. Die Worpsweder Astrologin ist auch da; möglich, dass sie an diesem Morgen meine Chefin ist. Noch bin ich unbekleidet… aber es ist an der Zeit. Ich erlebe es als ausgesprochen unangenehm, meine Klamotten anzuziehen. Der Stoff engt ein, liegt spürbar – aufdringlich und lästig – auf meiner Haut. Es ist jedoch angebracht, nicht nackt zu arbeiten. Und mit jedem meiner Schritte werde ich angezogener. Die Blicke der Astrologin begleiten mich beobachtend. Durch die großen Fenster in den Nischen sehe ich einen leuchtenden Sonnenaufgang, der sich mehr und mehr ins dunkle Blau der zurückziehenden Nacht ausdehnt. Die Farbenpracht ist überwältigend – warmes Gelb und goldenes Orange vermischt mit blauroten Schleiern. Es ist derart berührend, dass mir Tränen über die Wangen laufen – ich glaube, ich weine. Die Worpsweder Astrologin merkt bei diesem Anblick überrascht auf. Obwohl ich mein Gesicht etwas abwende, dürfte sie den Tränenschleier unter meinem rechten Auge bemerkt haben. Da ist es nur gut, dass es aus meinem rechten Auge verhaltener weint; aus dem linken strömt es regelrecht heraus. Mir ist dieser Gefühlsausbruch etwas unangenehm. In ihrem Gesicht dehnt sich so etwas wie ein plötzliches Verstehen aus… sie hält mich für eine spirituelle Seele, denn sonst würde mich ein Sonnenaufgang nicht weinen machen. Ich glaube nicht, dass ich ein aktiv-spiritueller Mensch bin, aber wenn sie es glaubt… das könnte doch vorteilhaft für mein Image sein.

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