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Schnittspuren

Traum vom 11. August 2009

Luzern. Zu Besuch bei Schorli. Ein langer Tisch steht vor der neuen Kirche Küche, an dem eine Reihe von Gästen Platz genommen haben. Die Küche liegt ebenerdig, ist geräumig, stilvoll-modern eingerichtet. Ich habe noch nicht das Bedürfnis, mich zu den anderen zu gesellen. Mir wird bewusst, dass ich ein kurzes kastenförmiges Jäckchen trage. Noch bewusster wird mir aber meine Freude über meinen Gewichtsverlust. Ja, es wird noch eine Weile dauern, bis gegessen wird – und das ist sehr gut so. Allerdings verspüre ich ein recht starkes Bedürfnis nach Zuwendung. Da ich diese Zuwendung hier von niemandem erwarten kann, ich aber auch keine Enttäuschung einstecken möchte, wähle ich – wie so oft in diesem Fall – den Rückzug, gehe an dem langen Tisch vorbei und trete an die breite Glasfront mit unbestimmter Aussicht. Dort bleibe ich eine Weile stehen, schaue hinaus in einen kristallgrauen Tag, spüre ein wenig die Trostlosigkeit, wende mich dann wieder dem Raum zu, und gehe schließlich hinüber zum Arbeitsbereich der Küche.

Schorlis Frau zeigt mir nun die neue Kücheneinrichtung. Eine tolle Arbeitsplatte mit sehr robuster mineralischer Oberfläche und hübschen Details aus gebürstetem Edelstahl. Der Küchentresen ist L-förmig; die kurze Seite dient als Schneidebereich. Das ist deutlich an den Schnittspuren zu erkennen, von denen die Arbeitsplatte hier gezeichnet ist. Offenbar verzichten sie darauf, ein Schneidebrett unterzulegen. Ich finde es etwas schade, dass es schon so gezeichnet ist. Aber es ist ein relativ kleiner Teilbereich, der sich ersetzen lässt, ohne gleich alles auszutauschen und erwähne beiläufig, vielleicht um zu trösten: „Sicherlich lässt sich dieses Tresenelement problemlos austauschen.“
Daraufhin meint Schorli erstaunt: „Es stört mich gar nicht?!“
Nein, ich war auch nicht davon ausgegangen, dass es stört. Aber im Falle eines Falles…

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