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Libellenmann mit Giftspritze

Traum:
Der Wind greift kräftig in meine dunkelblaue Mikrofaser-Windjacke und bauscht die Ärmel auf. Das ist erwünscht, um oben zu bleiben. Ich falte die Ärmel sorgsam auf das Vorderteil und lege mich vorsichtig auf die so entstandene Unterlage. Die Flughöhe beträgt etwa zweihundertfünfzig bis dreihundert Meter. Mike lagert ebenso auf seiner Windjacke und fliegt sachte heran. Unter uns eine weite Hügellandschaft mit Wiesen und Feldern, Wäldchen und Baumreihen. Einhundertfünfzig Meter unter uns fliegt ein sehr schmaler Mann in hellem hautengem Anzug mit glatt anliegender Kapuze. Er trägt eine riesige gewölbte Schutzbrille, ähnelt so einer großen Libelle. Auf seinem Rücken ein heller Doppeltank mit Gift. In den Händen eine schmaler Sprühstab. An der feinen Kalkschicht über dem Grün lässt sich erkennen, wie weit er gekommen ist.

Mike und ich sind in einem leisen Gespräch vertieft. Wir fühlen einander sehr nahe und aufgehoben. Als Mike später in eine andere Richtung davonfliegen will, um seinen Aufgaben nachzukommen, haben wir deutlich an Höhe verloren. So falten wir unsere Windjacken erneut. Mit Hilfe unserer Willenskraft geben wir uns neuen Auftrieb. Es kostet spürbar Anstrengung, bis wir wieder an Höhe gewinnen.

Als Mike fort ist, schaue ich wieder zu dem Libellenmann, verfolge seine Vernichtungsspur. Ich überlege nach welchem System er arbeitet, um effektiv voranzukommen, ohne einen Weg unnötig doppelt zu überfliegen. Es sieht so aus, als würde er eine Runde fliegen. Vermutlich wird sein Job dort enden, wo er anfangs begann. Meinem Gefühl nach dürften hier noch andere sonderbare Wesen herumfliegen – dies ist ein typisch traumhaftes Gebiet.

Rand-Notiz:
Ich hätte gestern wirklich zu gerne und sehr reichlich Gift verspritzt…

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