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Weihnachtliches Funkenmariechen

Der erste Traum in der neuen Wohnung – unvollständig erinnert:

Am Stadtrand. Eine niedrige Empore säumt das Schwimmbecken, das unten wie eine Bucht zusammenläuft. An der Rezeption sind ein paar Empfangsdamen mit Formalitäten beschäftigt. Ich nehme mir die Offenbacher Post von der Ablage. Nach dem Lesen lege ich die Blätter einzeln gefaltet wieder zurück. Früher… durfte ich mir immer die Zeitungen meiner Tante nehmen, konnte mir auf diese Weise ein Abo sparen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir hier im Schwimmbad das Lesen der Zeitungen ebenfalls gestattet ist, auch wenn diese nicht für das Publikum ausliegen. Ein Seitenblick zu den Damen an der Rezeption scheint meine Annahme zu bestätigen – ich errege kein Aufsehen. Sie schauen zwar zu mir her, aber ohne besonderes Interesse.

Ein lieber Freund kommt hinzu, er sucht den Besen. Ein Blick ins Schwimmbecken: dort liegt der Besen im Wasser. Das Wasser ist von kräftigem Türkisblau, von farblosen Wasserinseln durchflossen. Mich wundert es ein wenig, dass es hier so gehandhabt wird: dieser Zusatz des farblosen Wassers. Das Wasser ist so flach, dass auch das türkisblaue Wasser einen Blick bis zum Grund gewährt. Zudem gibt es am Grund auch nichts zu sehen; außer Fliesen und Fugen. Und außerdem liegt der Besen bereits hier oben neben meinen Füßen! Im Wasser sind einige Frauen vom Putzpersonal mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Sie steigen aber aus, denn wichtiger Besuch wird erwartet.

Wir sitzen auf einem flachen Unterbau. Mein lieber Freund, links von mir, und Mike an meiner rechten Seite. Mein Freund und ich sitzen nah beieinander. Schmusend, die Arme umeinander gelegt, und zärtlich schäkernd. Mein Freund streichelt beständig meinen Bauch, küsst mich dann… und wann. Bei unseren Gesprächen geht es unter anderem um die Dynamische Meditation. Durch das kräftige Streicheln meines Bauches wird die weiche Rundung bewusst spürbar. Das ist mir unangenehm, und so schiebe ich die Hand meines Freundes vorsichtig beiseite.

Wir gehen turtelnd Arm in Arm weiter. Kommen an Frauen vorbei, die plaudernd beieinander stehen. Als sie uns kommen sehen, fragen sie mich: „Rechts oder links?“ Die Frage bezieht sich auf meinen Freund, ob unsere Interaktionen mehr rechts- oder linkslastig sind. „Rechts!!“, antworte ich lachend. „Du weißt doch gar nicht, wie wir die Frage gemeint haben!“, winken sie höhnisch ab. „Ach egal“, rufe ich ihnen vergnügt lachend zu, „was auch immer, es ist immer rechts mit ihm!!“

Später stehe ich mit meinem Freund mitten auf einer geschwungenen Brücke vor dem Geländer. Wir schauen hinab. Viele Menschen gehen unten durch. In diesem Augenblick fällt mir eine rassige Schönheit mit schwarzen Augen und schwarzen Kringellocken auf. Ihr Blick geht hinauf zu meinem Freund. Auch er kann die Augen nicht von ihr lassen. Sein Blick folgt ihr soweit als möglich.
Kurz darauf kommt sie zurück. Sie wird in einer edelweißen Stretchlimousine gefahren. Ich meine mich vage zu erinnern, dass sie gehbehindert ist und deswegen chauffiert wird.

Ich setze meinen Weg alleine fort und bekomme zufällig das Fahrrad dieser Schönen zu sehen. Die Schöne, die womöglich Behinderte… ich glaube, sie ist eine Art Märchenprinzessin! Denn dieses Fahrrad wurde extra für sie ausgestattet! Und zwar mit exquisitem Zubehör – eigens in einer alten Manufaktur hergestellt! Am Fahrrad also zwei Schlitten – wie aus einem Weihnachtsmärchen – mit wundervoll geschwungenen Kufen aus dunklem Gusseisen. Die Sitzflächen bestehen aus frisch geöltem Buchenholz. Toll, zwei Schlitten anstelle des Sattels und des Kindersitzes am Lenker. Mir ist klar, die Märchenprinzessin wird auf dem Schlittensitz am Lenker sitzen – später, wenn die Dreharbeiten beginnen.

Ich gehe weiter… Auf einem Unterbau sehe ich sie sitzen – ein weihnachtliches Funkenmariechen! Ihr Gesicht ist von goldenem Schimmer überzogen. Sie trägt einen leicht ausgestellten oberschenkellangen Rock aus rotem Filz mit einem Saum aus weißem Plüschhaar. Rote Filzstiefelchen mit weißer Plüschkante. Sie schminkt sich gerade für die bevorstehenden Dreharbeiten. Einen Fuß hat sie währenddessen auf ihr Knie gelegt. Mein Blick fällt auf ihre Beine… goldblonde Härchen… sie ist nicht rasiert! Dann ist sie ein Laie! Ein Profi hätte rasierte Beine; da bin ich mir ziemlich sicher.

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