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Heißes Glühen im Umzugsschwarz

Traum:
Kurz vor dem Umzug.
In einem kleinen Lokal – ein Treffen mit mir unbekannten Bekannten.
Gemeinsam mit Mike und Moina suche ich einen Platz an der langen Tafel. Da bemerke ich die Ankunft meines Vaters. Und nun erinnere ich mich, dass er bereits gestern schon kurz auftauchte. Aber ich war so beschäftigt, dass ich ihn nicht begrüßte, ja noch nicht einmal ansah! Diese Erkenntnis schmerzt… wie konnte das geschehen?

Ganz offensichtlich fühlt er sich nicht gekränkt. Er kommt freundlich auf mich zu, bringt eine Werkzeugkiste mit. „Oh“, sage ich – im Hinterkopf kurz nachrechnend – „der Umzug findet doch erst am Wochenende statt?“ „Ja“, meint er „aber ich kann doch ruhig schon einige Sachen vorbereiten, oder?“ Aber ja, das ist mir natürlich recht. Ich freue mich über seine Hilfe!

Er erzählt, dass es beim Lehrerpaar einen Todesfall gab. Diese kleine Reise anlässlich meines Umzuges könnte meine Mutter vielleicht von der unangenehmen Sache ablenken. Wie aus dem Nichts taucht sie aus dem Dunkel auf, so als stünde sie in einem angekommenen Fahrstuhl voller Licht. Sie trägt Schwarz, wirkt klein und kraftlos; zusammengesunken. Sah ich sie jemals Schwarz tragen… – ausschließlich Schwarz? Ich könnte mich nicht daran erinnern.

Mike und ich suchen an einem anderen Tisch einen Sitzplatz zum Essen. „Ihr müsst doch auch etwas essen!“, fordere ich meinen Vater auf. Es ist mir unangenehm, dass ich ihn hier nicht zu Tisch bitten kann. „Ach ja.“, winkt er ab, ich solle mir darum keine Gedanken machen; er kümmere sich drum.

Tja, wie wollen wir hier sitzen? Ein fragender Blick zu Mike. Wollen wir Moina in die Mitte nehmen? Mike reagiert nicht, sucht sich einen Platz, ohne sich weitere Gedanken zu machen. Aber er ist – so wie ich – unentschlossen. Irgendwie fühle ich mich hier auch fehl am Platze. Alles ist so fremd.

Später, in der ersten Etage, treffe ich auf Herrn Snyder, dem Hotel- und Restaurantbesitzer. Während wir durch den gediegenen Flur gehen, erkenne ich es wieder: Einen Teil meiner Ausbildungszeit verbrachte ich in diesem Haus – es ist ja schon sehr lang her. Mitteilungsfreudig erzähle ich ihm: „Das hier kenne ich!“ „Haben Sie es erbaut?“, fragt er interessiert zurück. „Nein nein…“ Seine Frage irritiert mich… Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich so etwas errichtet haben könnte. Die Sache mit der Ausbildung ist so nahe liegend, dass ich es nicht einmal für erwähnenswert hielt.

Kurz darauf in einer Großmutter-Küche. Ein großer Kochofen! Der Raum ist warm und gemütlich. Nur spärlicher Schein dringt in den Raum, wirft gemütliche Schatten. Die Seitenwand des Kochofens glüht. Das schwere dunkle Eisen glimmert orange. Da es recht dunkel ist, lässt sich dies bereits erkennen, ehe die Hitze spürbar wird. Mike und mein Vater gehen daran vorbei und merken nichts. Auch als ich sie darauf aufmerksam mache, reagieren sie nicht. Oje, sogar der Fußboden glüht! Ich rufe es aus, aber Mike geht gleichmütig über den Boden. Er bemerkt es nicht, nicht mal an seinen Füßen! Mehrmals versuche ich darauf aufmerksam zu machen, aber vergeblich.

Einige Schritte auf der Diele… vorne das Eingangstor. Dort sehe ich einen jungen Hund: ausgelassen, mit glänzend schwarzem Fell und leuchtend grünen Augen. Mein Vater ist nahe dem Tor, und ich sollte ihn vor dem Hund warnen! Ich glaube, das wäre ihm recht, wenn ich ihn darauf aufmerksam mache! Nur will ich nicht kindisch sein… Der Hund hat mich bemerkt, läuft auf mich zu. Schnell gehe ich zurück, ziehe die Tür zu! Aber, wie albern ist das doch. Also öffne ich wieder die Tür, der Hund steht auf halbem Weg, schaut vergnügt her. Ich könnte mich darauf einlassen, müsste meiner Angst nicht folgen und mich verstecken… Oder? Oder nicht? Ich zögere… sehr! Eine mögliche Begegnung kostete einiges an Überwindung.

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