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Rattenmaus in Bahn-Amtsstube

Untertitel: Endstation Sehnsucht?

Traum:
Traumerinnern…
Ich gehe Gleise entlang, und erinnere einen Traum, der Jahre zurückliegt… Damals war ich hier mit der Eisenbahn in die entgegengesetzte Richtung gefahren – ließ die Stadt hinter mir – es war der Heimweg. Zu Fuß komme ich zurück; und die von früher her vertraute Stadt rückt näher…

In der alten Amtsstube eines Bahnwärters… Und nun erinnere ich mich auch wieder an den Traum. Vorhin träumte ich diesen Raum. Ein längst stillgelegter Raum – die Dielenbretter von der Zeit abgenutzt, wie auch Holzwände und –decke. Sonniges Tageslicht dringt durch das Fenster, eingefangen vom feinen Staub der schweigend und warm den Raum erfüllt. Hier ist bereits vor langer Zeit Frieden und Ruhe eingekehrt – damals, als die Zeit hier stehen blieb.

Der Bahnwärter sitzt an seinem alten Schreibtisch – die Unvergänglichkeit seines Wirkens hält seinen längst verlassenen Körper an seinem Platz. Hinter dem Rücken des Bahnwärters – nahe beim Fenster im warmen Lichtschein – sehe ich eine ausgestopfte weiße Ratte auf dem Fußboden sitzen. Nein, es ist keine Ratte, eher eine Maus. Nein, eine Maus wäre kleiner, dieses Tier ist rattengroß. Vielleicht eine weiße Rattenmaus. Neben ihr ein altes Hamsterrad; das Metall hauchfein von Rost gesprenkelt – es steht seit langer Zeit still.

Als ich vorhin hier träumte, da war der Platz am Schreibtisch leer. Aber das registriere ich so nebenher, dass ich es fast gar nicht bemerkt hätte. Es ist ja auch die Rattenmaus, die meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie sieht halt aus wie eine Maus – aber sie größer als das Hamsterrad. Mike steht nun neben mir, schaut auch in den Raum. Kurz – nur sehr kurz – sehe ich einen Lidschlag der Maus. „Huch, die lebt ja!!!“, rufe ich überrascht aus. Oder bilde ich es mir nur ein?

Da, ein erneuter Lidschlag…! Fast einem Zwinkern gleich. Die Augen der Rattenmaus bleiben nun geöffnet, sie schaut freundlich zu mir her, ihre Augen glänzen. Sonderbar… wirklich sonderbar, ein lebendes und offensichtlich gesundes Tier zu entdecken.In diesem Raum, aus dem sich doch vor langer Zeit schon die Lebendigkeit zurückzog; damals, als die Zeit dafür einfach gekommen war. Das Wachbewusstsein rückt näher…

Aber ich will Mike doch unbedingt noch alles zeigen! Er ist kurz nach nebenan gegangen, um etwas zu erledigen. Auf dem Monitor vor mir nun das Video (ähnlich wie bei YouTube) mit der Amtsstube und der Rattenmaus. Leider liegen die Steuerelemente über dem Film – zwar durchsichtig, aber reliefartig, was das Erkennen der Szenerie unangenehm einschränkt. Ich klicke mit der Mouse, versuche die Audiofunktion auszuschalten, aber es gelingt mir nur Pause zu drücken, wodurch das Steuerelement nicht beendet wird. Ein nochmaliges Klicken lässt den Film weiterlaufen. Ich rufe nach Mike: „Komm doch mal, ich will Dir etwas zeigen!“ Und ja, irgendwie muss sich doch das störende Steuerelement entfernen lassen?!

Und wieder gehe ich die Gleise entlang, nicht weit entfernt liegt die Stadt vor mir. Die Schienen laufen dort vorne in eine sanfte Senke, um dann mit weichem Schwung den Hügel anzusteigen. Noch kann ich es nicht genau erkennen, aber mir dünkt, dort vorne ist ein Prellbock – der Hinweis auf eine Endstation. Ich spüre den Sog des Wachbewusstseins, möchte aber gerne noch weitergehen. Das Wachbewusstsein… meine Beine… beide ziehen, und ich komme nicht weiter, bleibe hier auf der Strecke.

'Rattenmaus' von Traumzeit

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