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Neues Wohnen – erste Eindrücke

Traum:
In unserer neuen Wohnung. Ein weiter Raum mit teils offenen Außenwänden über zwei Etagen. Gerade wegen der Weite und Offenheit ein unruhiger Ort, da sich das Außengeschehen in die Räumlichkeit hineinzieht. Ratlos, müde und erschöpft liege ich auf einer Decke am Boden, bis zur Nasenspitze mit einem Tuch zugedeckt.

Zwei weibliche Abgesandte der tempel’schen Hausverwaltung kommen – etwa dreißigjährige Frauen von mädchenhafter Gestalt, mit schneeweißchen Haut und nussbraunen Haaren. Sie legen sich links und rechts von mir unter die Decke. Warme Haut, erotische Gefühle entstehen, und ich streichele verhalten – tastend – die Leisten der Frauen. Ihre Körper regen sich unter meinen Fingerspitzen… leise, wie flüsternd, mich dennoch im Ungewissen lassend. Nach einigen Minuten stehen beide auf; in schweigendem Einverständnis. Ich bleibe mit einem ungemütlichen Gefühl zurück… Vielleicht war dies ein Test? Von der Hausverwaltung initiiert? Hätte ich darum gewusst, ich hätte diese verletzliche Seite nicht gezeigt, hätte mich zurückgehalten. Mit einem Male kommt der Gedanke, dass die Frauen meine Ablenkung genutzt haben könnten, mein Portemonnaie an sich zu nehmen, das recht offen hier rum lag. Oder auch Passanten, die ganz selbstverständlichen Zutritt hier haben, auf dem Weg zur Bushaltestelle. Ich sehe nach und bin beruhigt. Es ist noch alles da.

Ja, ich liege wie auf einer Verkehrsinsel in der Innenstadt. Nur wenige Meter entfernt stehen Menschen Schlange, warten auf den nächsten Bus. Auch Rudolpho ist dabei. Hin und wieder schaue ich zu ihm, ob er mich bemerkt hat. Nein, er sieht mich nicht, und ich mag nicht unter der Decke hervorkommen… bietet diese mir doch den einzigen, wenn auch dürftigen Schutz in dieser unterlegenen Lage.

In einem etwas ruhiger gelegenen halbdunklen Bereich des Wohnraums. Ich hocke vor einem Fenster, blicke über das Sims hinweg in das Fenster des Nachbarhauses hinein. Kerzenschein. Eine Frau in der Küche, vor der Arbeitsplatte. Nur bruchstückhaft zu sehen. Grünpflanzen wachsen einem allzu großzügigen Einblick entgegen. Ein Mann steht direkt hinter der Frau. Mit lauten Bruststimmen streiten und rangeln sie. Wenig später nimmt der Mann seine Frau von hinten. Heftige Stöße, das Keuchen beider vermischt sich lautstark, endet in einem brüllenden Orgasmus. Und dann beginnen beide dröhnend zu lachen. Er gibt ihr einen kräftigen Klaps auf den Po, worauf ihr Lachen noch einmal anschwillt. Ein Paar, das sich versteht. Während ich zusehe, bin ich darauf bedacht, mich nicht entdecken zu lassen. Bin also froh über das Grünzeug vor dem Fenster.

Weiter hinten im Wohnraum gelegen, treffe ich auf zwei männliche Abgesandte der Hausverwaltung. Es sind dunkle freundliche Typen meiner Größe. Arbeitermentalität mit leicht mafiosem Einschlag. Beide tragen Schiebermützen. Von der Hausverwaltung wurden sie beauftragt, die Filmplakate auszutauschen. Ja, die Wände sind mit zahlreichen Plakaten versehen, die heute aktualisiert werden sollen. Als erste Reaktion ermuntere ich die Männer, ihre Aufgaben ganz unbefangen zu verrichten, da ich nichts gegen ihre Anwesenheit habe. Doch… Moment mal! Hier im Erdgeschoß möchte ich keine öffentlichen Filmplakate haben! Vielleicht in der oberen Etage, die wir ja eh mehr als Stauraum nutzen werden. Hmm… wenn ich es recht bedenke, dann will ich gar keine Filmplakate in meiner Wohnung haben! Die Männer können gerne die alten Plakate abnehmen, doch bitte: keine neuen aufhängen! Die Männer wenden ein, es sei ihr Auftrag. Okay, dann werde ich das mit der Hausverwaltung klären, damit die beiden keinen Ärger kriegen.

Zeit, mich mal in der oberen Etage umzusehen. Ein weiter und hoher, ebenfalls freizügiger Raum . Das Sonnenlicht senkt den Raum in wohlige Helligkeit. In etwa zweieinhalb Meter Höhe eine Empore, von der zahlreiche Schanzen abgehen, die in Richtung Mitte streben, in der Schwebe enden. Das Holz der Einrichtung ist angenehm warm und weich. Nur fühle ich mich bei dem Gedanken nicht wohl, diese Schanzen zu nutzen. Wie leicht könnte man wegen ihrer Schräge abstürzen! Mike hat – vermutlich aus diesem Grund – die Schanzenbahnen als Stauraum genutzt und Kartons darauf abgestellt. Tja, nur wenn ich davon etwas haben möchte, muss ich ja doch raufgehen! Und sehr wohnlich wirkt das alles nicht… Voraussichtlich lässt sich dieser Raum nur für Vorräte nutzen.

Später mache ich mich nochmals auf den Weg nach oben. Eine sehr schmale Stiege aus einfachem ungehobelten Holzbrettern führt steil hinauf. Sie hat beiderseits ein Geländer aus rauem unbehandeltem Vierkantholz. So nah beieinander errichtet, dass kaum mehr als 20 cm Raum zum Passieren bleiben. Da die Bauteile nur vernagelt wurden, das Holz sich weich und nachgiebig zeigt, kann ich dennoch hindurchgehen. Ein solcher Engpass ist allerdings ziemlich unerfreulich. Als Herr Schade, ein Nachbar, hinzukommt, erzähle ich ihm, wie bedauerlich ich diese Baulösung finde. Ja, und der obere Treppenabsatz grenzt nicht direkt am Fußboden an, sondern dort ist noch eine offene Stelle zu überwinden. Die Enge, das Steile und der lückenhafte Bau erwecken nicht gerade den Wunsch, nach oben zu gehen. Vor allem dann nicht, wenn ich bedenke, dass ich meine kleine Tochter auf dem Arm nehmen muss, um sie sicher hinaufzubringen, wobei der Engpass zu einer kniffeligen Sache wird. Herr Schade nickt stumm. Was soll er auch dazu sagen?

Rand-Notiz:
Sehr interessant fand ich es gestern, gleich zwei Träume – hier und hier – über Vital-Pflaster zu lesen. Ob ein Teil meines Traumes nun die Antwort darauf ist, kann ich noch nicht erkennen.

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