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Hundertwasser unter Strom

Traum:
Mein derzeitiger Aufenthaltsort: weites unbewohntes Land, spärliches Grün. Wilma und Alexander sind angereist – eine Geburtstagsüberraschung für mich! Sie bringen einen großen Karton mit, den wir öffnen.

Eine Sahnetorte ist drin; sie ist in eine zarte Süßhaube aus Marzipan gehüllt. Wie angenehm, das lange Messer durch die verschiedenen Schichten gleiten zu lassen und das Gebäck zu vierteilen.

Wilma holt das nächste Geschenk heraus: es sind Fotos. Die ersten zeigen einige Aufnahmen, die ich in der letzten Zeit machte. Nur hatte ich bisher keine Zeit gefunden diese zu entwickeln. Eines der Fotos betrachte ich eingehender: Es ist der Ausschnitt einer Häuserfassade – geometrisch, ver-rückt, bunt; teils mit rohen grauen Flächen. Vor einem Teil der Fenster hängen Teile aus Markisenstoff – Orange mit einer Neigung zu Terracotta.

Eine weitere Bildauswahl zeigt Aufnahmen von Wilma und Alexander. Genauer gesagt, zeigen sie Alexander, der nackt auf dem Bett sitzt – am Kopfende, seine Beine lang auf den zerwühlten weißen Laken ausgestreckt. Ich versuche zu erkennen, ob er eine Erektion hat, aber die Perspektive lässt mich im Ungewissen – es könnte so, aber auch so sein. Wilma ist nur auf einem Bild zu sehen. Aber auch da nicht ganz, sondern nur der untere Teil ihrer Beine. Vermutlich hatte sie ihre Beine lang vor sich ausgestreckt, als sie Alexander fotografierte. Es irritiert ein wenig, dass sie mir Nacktaufnahmen von sich schenken.

Hochspannung Mike, Moina und ich sitzen hoch oben auf einem Hochspannungsmast, auf einem der Seitenstreben. Ein Teil des Gerüsts ist angebrochen und nach unten abgeknickt. Eine damit verbundene Freileitung hängt direkt vor unseren Köpfen. Deutlich sehe ich hundert Wassertropfen daran hängen. Ein einziger Kontakt hätte einen tödlichen Stromschlag zur Folge. Wir müssen nach unten klettern, zuvor aber unter diese Hochspannungsleitung hindurch. Es ist eng, aber dann sind Moina und ich unter durch. Am liebsten würde ich zusehen, mich vergewissern, dass auch Mike unbeschadet hindurch kommt, aber vernünftiger ist, wenn Moina und ich unseren Weg fortsetzen, ohne uns ständig umzudrehen.

In der Waschküche angekommen. Nur wenige Augenblicke später erscheint auch Mike. Alles ist gut gegangen – Erleichterung!

Elektrisierend:
Gestern zufällig entdeckt: einen Hundertwasserschal bei der Meerjungfrau. Schade, denk ich dann, dass ich zum Stricken keine Lust mehr habe.

Vielleicht war gestern der Tag der hundert Wasser – Bei Elsa Fin
fand ich diesen Ausspruch von Friedensreich Hundertwasser:
“Wer die Vergangenheit nicht ehrt, verliert die Zukunft. Wer seine Wurzeln vernichtet, kann nicht wachsen.”

Es gibt so Aussagen, die lese ich und die Worte kommen mir dann immer wieder in den Sinn – gegen meinen Willen. Vielleicht weil meine Gedanken oder das Nachspüren aus unbenennbarem Grund irgendwie unwohlig sind, aber wahrgenommen werden wollen. Oder vielleicht auch, weil ich nicht weiß, ob ich dem Gelesenen zustimmen möchte oder nicht. Standpunktlosigkeit macht mich manchmal unsicher. Hin und wieder würde ich eben gerne sagen können: So sehe ich das; genau so und nicht einen Deut anders! Nur je nach Perspektive sehen die Dinge immer wieder anders aus.

Ent-Spannung:
Hundertwasser Häuser

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