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SA|RG – Apokalypse

Ein Traum, der zur Zeit meiner Teilnahme an einem Projekt kam und die damalige Erschütterung meines Weltbildes bildhaft wiedergibt.

Traum vom 1. Februar 2003 – 03:44 Uhr
In einem gediegenem Speiselokal – Raum für geschlossene Gesellschaft; derzeit dem Personal vorbehalten. Ich bin hier zu Gast, werde gleichzeitig zur Bedienung anderer Gäste eingesetzt. Eine anspruchslose Aufgabe; zum Empfang servieren wir Sekt. Gut -Freude.

Gleich darauf wird mir mitgeteilt, dass ich das Haus in wenigen Augenblicken zu verlassen habe. Es gibt nur Plätze für zehn Personen, ich bin die Elfte. Ein Flieger oder Bus ist bereits gebucht – ich soll gehen. Wie nett, dass die Abreise so gut vorbereitet wurde. Andererseits bin ich traurig und enttäuscht… – ich wäre so gerne dabei gewesen.

Links von mir ein großer quadratischer Tisch mit einem bunt gemusterten Baumwolltuch gedeckt. Die Decke ist Rot mit Gelb, Grün, Rot und Blau – die Farben ausgewaschen. Während ich im Uhrzeigersinn um den Tisch herum gehe, bemerke ich die grünen Flächen mit weißem Rand im Muster… Sie wirken ähnlich Platzhaltern. Es ist zweifelsohne zu erkennen: der Platz ist für zehn Personen. Ich überlege… wenn ich nichts essen, nur ein wenig trinke, würde ich nicht viel Raum einnehmen – nur ein Plätzchen für mein Glas. Andererseits machen meine Überlegungen wenig Sinn; die Entscheidung ist ja längst gefallen, und ich habe diese – wenn auch traurig – akzeptiert.

Mein Blick geht zur Verbindungstür, die in den Gastraum führt. An dieser Tür ein Hinweis. Ich spüre, dass dies von besonderer Bedeutung ist, ich sehr genau hinschauen sollte. In goldenen Lettern steht dort SARG.
Also doch… also doch. Das ist ein Omen… Ich betrachte es genauer. Und erkenne, dass das Wort SARG durch die Spiegelung der (einzig vorhandenen) Buchstaben SA entstanden ist. Denn SA ergibt gespiegelt RG. Erst die Spiegelung von SA macht den Begriff SARG möglich! Nur so erscheint es! Es ist wichtig, dies zu erkennen und niemals zu vergessen.

Eine Stimme fordert mich auf, das gespiegelte Wort mit dem Blick immer tiefer zu durchdringen. … Und während ich die tue, wandelt es sich. Und ich erkenne, dass dort nicht wirklich SA|RG geschrieben steht, sondern dass es sich um zwei goldene Garderobenhaken handelt, die allerdings den Eindruck bei mir erwecken sollen, das dort SARG steht! Dem ist nicht so; es ist ein Spuk – mein Geist wurde manipuliert. Es ist wichtig, dass mir diese Möglichkeit der Manipulation bewusst wird. Und es ist wichtig zu erkennen, dass etwas oder jemand Zugriff auf meine Denk- und Wahrnehmungsprozesse hat. Ich werde gebeten, voller Vertrauen zu sein, dass dieses seine Richtigkeit hat und mich letztlich zu neuen Erkenntnissen führen wird.

Draußen… merkwürdige Atmosphäre. Ein höher gelegener Parkplatz von Bergen umsäumt… und von hohen Bäumen. Meine Eltern und Wilma sind vage wahrnehmbar. Ein Unwetter naht heran, wie es dieses nie zuvor gab. Endzeitstimmung… ich spüre keine Angst. Gelassenheit und tiefes Vertrauen. Verbunden mit einem Gefühl des Ausgeliefertseins an die Natur – angenehm. Es bleibt wenig Zeit, uns in Sicherheit zu bringen. Die gegebenen Möglichkeiten sind unsicher und unzulänglich; uns bleibt keine Wahl und die Zeit ist knapp. Einzig ein kreisrunder Unterstand mit Reetdach und Holzpfählen bietet Schutz.

Die Atmosphäre vibriert. Die Luft ist von immenser Schwingung erfüllt. Eine Unwetterfront ungeahnten Ausmaßes naht. Wir wollen unsere dünnen Stoffmäntel aus dem Auto holen; dies steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Parkplatz liegt dem nahenden Gewitter aber näher. Es bleibt keine Zeit zum Überlegen. Entweder wir laufen sofort los, oder es ist zu spät.

Obwohl es absolut windstill ist, naht der Sturm mit tosendem Brüllen. Ich laufe los, schiebe Wilma vor mir her. „Lauf, so lauf so schnell die kannst!!!“, schreie ich gegen das Brausen an. Allein käme ich schneller voran, aber ich will Wilma keinesfalls zurücklassen. „LAUF!! LAUF SCHNELLER!!!!“

Über dem Bergkamm walzt das Unwetter unaufhaltsam näher. Während ich zum Himmel schaue, wird mir bewusst, dass kaum jemand dieses Naturereignis überleben dürfte. Es zu machtvoll… Bei Gott! Oh, mein Gott…!! Es ist gar kein Gewitter! Die finstere Wolkenfront… Anfangs meine ich, Blitze zacken aus den Wolken. Bis eben war der Blick von Bäumen verwehrt. Nun aber sehe ich, es ist Feuer. Es regnet Feuer! Ein faszinierendes, tief ergreifendes Naturschauspiel… welch eine Schönheit… Rotgelbglühendes Feuer tropft wie Lava aus dem Himmel. Es gibt kein Ausweichen, kein Entrinnen… Es ist von einzigartiger Schönheit… einem Wunder gleich.

Ich will nun den erstbesten Mantel schnappen – einen Nylonmantel… Etwas warnt, ich dürfe keinesfalls diesen Mantel nehmen. Die Hitze würde ihn mit meiner Haut verschmelzen – es wäre mein Tod. Ich solle auf jeden Fall den Mantel aus Naturfasern nehmen. Das sei – wenn überhaupt – meine einzige Chance… Keine Zeit zum Überlegen, muss schauen, in den Unterstand zu gelangen. Wilma läuft vorweg… Ich drehe mich um – den feuerregnenden Himmel im Rücken – und laufe; den Mantel über dem Arm… Links eine große Eisenbrücke…. Die Luft vibriert, die Brücke schwingt, wird im nächsten Augenblick einstürzen und den Weg versperren. Ich laufe… egal… im nächsten Augenblick wird mich das himmlische Feuer erreichen…

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