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Pfefferminz-Kühle

Traum:
Arbeiten im Bioladen. In einer Nische hockend, öffne ich einen kleinen Karton mit süßen Pfefferminzkamellen, die mich an längst vergangene Zeiten erinnern. Auf dem zweiten Blick erkenne ich, dass es ein Irrtum ist: es sind keine Pfefferminz-Bonbons, sondern weiße Plastik-Lokomotiven, die etwa zur Dekoration von Geburtstagstorten verwendet werden. Als ich sie genauer ansehe, bemerke ich, dass auch einige farbige Lokomotiven dazwischen sind. Der Anblick des Bunten ist wohltuend.

Aus einer unbenennbaren Trostlosigkeit heraus, hatte ich es versäumt mich anzuziehen. Erst jetzt wird mir dies bewusst. Ich fühle mich ungeschützt, die Kühle auf der Haut ist unangenehm. Bei der nächsten Gelegenheit will ich mich anziehen.

Ein Telefonat mit meiner Arbeitskollegin Kristin, die heute frei hat. Wir besprechen ihre gestrige Arbeitsweise, an der ich etwas auszusetzen habe. Meine Stimme ist leicht aufgebracht, aber insgesamt verläuft das Telefonat angemessen, und ohne dass sich Kristin gekränkt fühlt.

Etwas später kommt der Anruf eines Kunden (ein pensionierter Lehrer) für mich. Er teilt mit, dass es unangebracht war, Kristin zu kritisieren. Ärger steigt auf, und auch ein Gefühl der Hilflosigkeit… Dieser Kunde war weder am Vortag anwesend, noch konnte er Kristins Worte bei dem Telefonat hören! Er kann das alles doch gar nicht beurteilen! Leider sehe mich außerstande, ihm ausführlich den ganzen Sachverhalt zu vermitteln, damit er meine Vorgehensweise nachvollziehen kann – dies erlebe ich als sehr bedrückend.

Später fährt Gunnar mit dem Firmenwagen der Heizungsbau-Firma vor dem Tresen vorbei. Der Tresen dürfte meine Nacktheit nur ungenügend verbergen. Deshalb bücke ich mich, damit Gunnar meine Nacktheit nicht bemerkt. Ich bin es müde, mich erklären zu müssen, wieso und warum ich dieses und jenes so mache, wie ich es mache und ob und wann ich etwas ändern werde. Gunnar bemerkt meine Nacktheit nicht. Aber durch meine ständigen Verrenkungen, damit niemandem meine Nacktheit auffällt, ziehe ich irgendwann erst recht die Aufmerksamkeit auf mich. Ich fühle mich bloßgestellt und mir ist fröstelig. Und müde bin ich auch. Hoffentlich schaffe ich bald den Absprung zum Ankleiden.

Thermometer:

Sophie

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