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Rekonstruktion eines Traumes

Traum vom 9. Dezember 2009

Wie ein Schwarzweißfilm. Die Fahrt mit dem Auto beginnt. Angenehm entspannt, neugierig auf das Kommende und dabei das nicht hinterfragte Gefühl am rechten Platz zu sitzen. Wir fahren ein Weilchen. Ganz selbstverständlich ist, dass rechts neben mir Jemand am Steuer sitzt. Wie aus dem Nichts dann… kommt die Erkenntnis, geht mit einem Grauen einher, das mir bei weit offenem Mund die Sprache verschlägt. Was tue ich nur? Worauf habe ich mich eingelassen?! Umkehr, Umkehr!! Ein Vertrauter war er mir, jedoch wie konnte ich übersehen…
Inzwischen wendet das Auto, nach wenigen Metern setzen wir in eine der zahlreichen Parkbuchten am Rande der außerstädtischen Straße. Meine Augen sind schreckgeweitet wie mein Mund; der Kopf neigt sich gen Nacken, ich fühle mich der Ohnmacht nahe. Hinter meiner Stirn wird es grellgelb, von schwarzen Blitzen eines schneidend prizzelnden Schmerzes durchzogen. Mir wird ganz blümerant, so als erwache ich mit drehendem Magen aus einer zu starken Narkose, während jedoch umgekehrt das Bewusstsein spürbar schwindet. Es ist zu spät um auszusteigen! Zu spät! Gewissheit, dass dieser Jemand an meiner Seite mir diesen fiesen unsäglichen Schmerz zufügen wird, der mich in seinem Ausmaß um den Verstand bringt, in die Bewusstlosigkeit treiben wird, ohne dass ich dann noch irgendetwas dagegen unternehmen könnte. Eine Gewissheit, die auch bleibt, obwohl der Mann an meiner Seite völlig tatenlos und ruhig bleibt.

Fast aufgewacht und erst nach einer Weile bemerkt, dass da ein Traum war. Während des Erinnerns diesen Traum mit ‘Rekonstruktion eines Traumes’ betitelt. Der Traum hat mich – obwohl kein Angsttraum – noch lange beschäftigt und lange vom Schlaf abgehalten. Danach viel geträumt, aber nur noch die Spur einer Erinnerung daran, diese aber sehr klar, fast luzide:

In heller Nacht gehe ich zwischen Reihenhausblöcken entlang, biege nach links. Genau an der Ecke hockt ein Dunkelhäutiger vor einem niedrigen gusseisernen Zaun, der den Vorgarten säumt. Er macht Bewegungen als verstreiche er Farbe, allerdings bearbeitet er tatsächlich einen hellen Blog Block, den ich für ein Akkordeon halte. Da ich selbst Akkordeon spiele, fühle ich mich mit diesen dunklen Mann verbunden. Während ich an ihm vorbei gehe, lächele ich ihm zu, bemerke, dass sich meine Hand sachte auf seine Schulter legt, und hinüber bis zur anderen Schulter streift, dabei den Blick in seinem Nacken. Dann bin ich vorbei, schaue mich nicht um, spüre aber seinen verblüfften Blick. Oups, dass ich immer wieder ohne bewusste Absicht berühre, ist mir einen Augenblick lang fast unangenehm.

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