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Wortverlorenheit und gesalbte Wellen am Bahnhof

Traum:
Auf einem Klapphocker sitze ich auf dem Bahnsteig eines Kleinbahnhofs. Auf den Oberschenkeln mein Notebook – ich schreibe. Beim gedankenverlorenen, nachdenklichen Aufschauen bemerke ich auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig die Bibliothekarin. Sie macht Fotos von mir und erklärt dazu: „Bei unserem gestrigen Zusammensein erzählten Sie davon, wie schwer es Ihnen oftmals fällt, die passenden Worte zu finden. Es hat mich sehr beeindruckt, als sie davon erzählten! Deshalb möchte ich gerne Fotos von diesem Vorgang haben.“

Ach so… ja…

Ich wende mich wieder dem Schreiben zu. Formuliere, halte inne, schreibe weiter, blicke gedankenverloren auf… Die Bibliothekarin… sie steht noch da. Was sie wohl von meiner Frisur denkt? Gerade vorhin sah ich mich im Spiegel. Meine Haare sind leicht fettig von einer Haarkur – sie kräuseln sich leise unter der viel zu üppigen Pflege. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Gut? Nicht gut?

Zeit, mal nach meiner Kleinen zu schauen. Ich habe Moina für ein paar Stunden in der Bahnhofsmission abgegeben. Dort schläft sie in einem kleinen Abteil. Eine der ehrenamtlichen Kinderfrauen gibt auf sie Acht. Als ich den Raum betrete, und einen Blick über die Abtrennung werfe, sehe ich Moina im alten Federbett liegen. Sie schläft ganz friedlich. Rechts, über dem Waschbecken, ein alter Spiegel… Meine Haare… gepflegt, ja. Nur weiß ich wirklich nicht, ob mir diese öligen Kringellocken wirklich gefallen wollen. Aber nun haben sie ihr Fett weg… jetzt ist es erst einmal so.

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