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Wärme und Nähe

Traum:
Untertitel: Toreinlauf 45

In Worphausen kommt es zu einem Wiedersehen mit meiner Jugendliebe. Nah beieinander sitzend erzähle ich von den zwei Wohnungen, die ich derzeit in Worpswede habe. Nach dem Umzug mochte ich mich noch nicht gänzlich auf die neue Wohnung einlassen. Mit dem Nicht-Aufgeben der vorherigen Wohnung lasse ich mir eine Art Hintertürchen offen. Aus diesem Grund habe ich zwei Telefonanschlüsse – nämlich in jeder Wohnung einen. Langfristig werde ich beide Worpsweder Wohnungen aufgeben und mich in der Ferne niederlassen. Meine Jugendliebe lauscht lächelnd, während ich von meiner Situation berichte. Unsere Nähe und Wärme vermitteln Wohlgefühl und Aufgehobensein.

Das helle und aufgeräumte Lager zeigt sich überschaubar. In einem der Wandregale liegen seit langer Zeit Vorräte, die ich in das Holzregal mitten im Raum verlagern will, um diese nun in den Umlauf zu bringen. Es sind Toastbrote – aufgeschnitten, in Plastiktüten mit vertrautem Firmenaufdruck (real unbekannt). Ich stelle die Brottüten hochkant; und nah beieinander, um ihnen Stabilität zu verleihen. Es sind Waschpulverpäckchen der Marke Tandil. Der schwule Blonde, den ich aus Worpswede kenne, kommt hinzu, ordnet auch einige diese Tandil-Päckchen. Für mich ein Hinweis, dass auch er mit dem Abverkauf einverstanden ist. Es ist ganz klar, warum sich der Schwule für das Tandil* interessiert: der Name verspricht zärtliche Berührungen.

Gastronomie/Küche – an der Essensausgabe unter einer Dunstabzughaube aus Edelstahl stehend. Vor mir steht ein Schneidegerät für Brötchen (erinnert optisch an ein Papierschneidegerät). LedersesselEin Brötchen liegt auf der Platte. Um es durchzuschneiden, führe ich ein Brötchenmesser an den Anfang der horizontalen Aussparung in der Platte, um es dann bis zur anderen Seite hindurchzuführen. Die Aussparung macht anfangs einen kleinen Knick, wo das Messer leider hängen bleibt. Die Klinge ist nämlich zu breit ist, um dem Schwung zu folgen. Auch weitere Versuche führen zu keinem befriedigenden Ergebnis. So verlasse ich den Küchenbereich und suche meinen früheren Hausarzt auf. Dieser sitzt im Sprechzimmer und misst gerade Fieber. Er bittet um einen Moment Geduld. Wie er da so auf seinem braunen Ledersessel sitzt, spüre ich eine unbenennbare Vertrautheit zwischen uns. Unsere Körper berühren sich leicht, so dicht stehe ich vor ihm – Wärme und Nähe. Einen Augenblick später hebt er den Po leicht an und zieht das Fieberthermometer aus seinem Anus: die Temperatur ist leicht erhöht. Warmes Mitgefühl durchströmt mich, wärmt mich angenehm und lässt die Wangen erröten.

Später, im Wartezimmer eines Arztes in Frankfurt. Viele Patienten warten darauf, aufgerufen zu werden. Ich bin wegen heftiger Rückenschmerzen hier und inzwischen ist der Leidensdruck so groß, dass ich mithilfe meines Mannes aufstehe, um zur Anmeldung zu gehen und darum zu bitten, mich vorzulassen. An diesem Ort, wo mich keiner kennt, kann niemand wissen, dass ich so etwas wirklich nur in größter Not mache. Vielleicht errege ich Missfallen und Empörung. Vor Schmerzen und Unwohlsein habe ich einen dicken Kloß im Hals – die erlösenden Tränen finden keinen Weg. Ich blicke zurück. Wer mir nicht glaubt, dass ich in Not bin, könnte einen Blick unter den Stuhl werfen, auf dem ich gerade saß. Dort sehe ich eine Lache aus Blut/Urin.

*im Traum versteht sich Tandil als taktil.

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