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Hitziger Knallkopp

Traum:
In der Nacht. Der Lkw von der Spedition hastet durch unsere schlafend daliegende Wohnung! Sonderbar, er ist rundum, und von oben bis zum Boden mit zusammengefalteten Umzugskartons bedeckt. Als er aneckt bin ich darum froh, da dies den möglichen Schaden gering hält. Mit zackigen, übereilten Bewegungen fährt er die Treppe hinab. Zu Mike sage ich: „Der hat ja nicht mal Licht in der Nacht!“ Als Mike kurz mit den Fingern über die Schlussleuchten reibt, sehe ich es: ein sehr dürftiges kleines Licht. In meinen Augen unzureichend für eine Nachtfahrt – aber da ist der Lkw bereits glücklich aus dem Haus geflitzt.

Ankunft in Mühlheim. Und sofort eine ärgerliche Begegnung: die Vermieterin will meine Trinkgläser verwenden – ich soll sie gar nicht erst mit in meine Wohnung nehmen.

Im Flurgang innehaltend. In einer kleinen Stube – so sehe ich durch die offene Zimmertür – sitzen die beiden Fahrer des Lkw und machen Pause. Beide tragen Blaumänner und kauen an ihren Broten. Einer der Beiden – er geht barfuß in Sandalen – hat bemerkenswert knubbelige Zehen. Echt, so richtig fleischig und fest, dass der Blick daran geradezu hängen bleiben muss! Die Zimmertüren der angrenzenden Gästezimmer öffnen sich. Ein männlicher und weiblicher Gast stecken die Köpfe raus, regen sich auf. „Eine solche Unruhe hier!“, zetern sie mit spitzen herablassenden Stimmen. Die Vermieterin hatte ihnen sicherlich eine angenehme Vernissage zugesagt, aber nun tauche ich hier auf: eine derbe und laute Norddeutsche!

Ich kriege von all dem immer mehr schlechte Laune. Stehe dann im Schlafzimmer der Vermieterin und rauche. Rauchen darf ich hier eigentlich nicht, wenn ich nicht ihren Unmut auf mich ziehen möchte. So verberge ich die Zigarette neben meinem Oberschenkel als die Vermieterin herein kommt. Durch die hektische Bewegung reißt der Glutkopf von der Zigarette und fällt in eine große Tüte mit Bettzeug. Sowas Blödes! Eilig versuche ich die Glut rauszufischen, befeuchte dazu die Zeigefingerspitze. Kurz bleibt das glimmende Stückchen haften, fällt dann aber zurück. Mein Verhalten ist natürlich nicht so unauffällig wie es sein müsste, aber was soll ich machen? Kurz überlege ich, die Glut einfach erst dann herauszunehmen, wenn die Dame wieder gegangen ist. Was aber, wenn das Feuer sich ausbreitet? Womöglich würde hier dann alles abfackeln?!? Das Risiko ist zu groß! Also tauche ich noch einmal die feuchte Fingerspitze in die Tüte, die Glut bleibt haften. Nur als ich sie aus der Tasche bugsiert habe, kommt es durch die Verbindung von Glut und Feuchtigkeit zu einer unerwarteten Reaktion: das heiße Kügelchen beginnt laut zu knallen und unberechenbar in alle Richtungen zu springen! Es zischt mir wie ein kleiner Knallkörper um die Ohren. Das ist doch irre hier?!

Später… die Vermieterin liegt am Boden, macht Rückengymnastik. „So ist’s recht“, rufe ich ihr freundlich zu, „regelmäßige Gymnastik hält beweglich!“ Vor einer Wand bleibe ich stehen, die Vermieterin im Rücken. Als sie sich kurz darauf erhebt und an mir vorüber zur Tür geht, schaut sie mich prüfend an – so sehe ich im Spiegel. Ja, sie sieht mich lächeln – mein Unmut ist vorüber. Sie lächelt ebenfalls. Dabei sehe ich, dass sie heute gar nicht ihre Zähne im Mund hat – überall blinkt das goldene Metall einer Brücke zwischen ihren Schärfen.

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