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Akut – oh!

Eilig hingeworfene Traumerinnerungen:
Vor dem Geländer – Stufen führen in den Keller. Zur Tür an der rechten Seite hatte ich vor vielen Jahren den Schlüssel. Ich warte auf Acuto, die zugesagt hatte, mir einige Männergeschichten zu erzählen – bald. Zeige ich etwa Ungeduld? Ich glaube, nicht! In den Händen halte ich ein quadratisches Pappschächtelchen voller kleiner Legosteine in allen möglichen Farben. Im Augenblick kann ich mit diesen Teilchen allerdings gar nichts anfangen.

Dann aber sehe ich meine Mutter in den Ort radeln. Als ich sie so von der gegenüberliegenden Straßenseite betrachte – die Distanz verändert die Sicht – fällt mir auf, wie schlank sie geworden ist! Ich bin überrascht, und dann auch erleichtert. Eine Erleichterung die eine gewisse Heiterkeit mit sich bringt. Obwohl diese womöglich gar nicht angebracht ist… – in diesem Fall.

Ein bayerischer Traktor erscheint, will sich auf einen Acker machen. Wie es in süddeutschen Gegenden oftmals ist, muss dieser in fast beängstigender Schräglage arbeiten. Aber ein bayerische Traktorfahrer ist es wohl so gewohnt. Erst als ich meine Gedanken äußern will, sehe ich, dass es ein heimischer Traktor ist – klein und norddeutsch. Etwas ungewöhnlich ist allerdings, dass auch dieser in Schräglage ackert. Schließlich sind wir hier flaches Land gewohnt?!
[...]
Dann treffe ich Amy – und diese beginnt nun endlich von ihren Männergeschichten zu erzählen. Während ich ihren Erfahrungen lausche, schlendern wir auf einem breiten Sandweg einen Hang hinauf. Dabei lassen wir ein Gehölz hinter uns. Die Weite und das Lichte um uns her… ach, ich spüre erneut Erleichterung und heiteren Frieden einkehren.
[...]
Meine Jacke legte ich nicht ab. Es ist auch kein wirklicher Arbeitsplatz, an dem ich jetzt tätig werde – wenngleich ich mich bemühe, meine Arbeit gut zu machen. Ich will etwas einordnen. An den Stellwänden – mitten im Raum – hängen von beiden Seite Porträtbilder von mir bekannten Personen (womöglich in die Schublade Autoritäten einzuordnen). An den Außenwänden sitzen Passanten, einige davon weisen mit dem Arm in die Richtung, die ich gehen sollte. Ich folge den Hinweisen, werde dennoch nicht fündig.

Hinter mir das Geländer – Stufen führen in den Keller, vor mir eine Wand aus gespanntem Stoff. Handgewebter Leinenstoff – königsblau; gleichzeitig sonnengelb, mürber Griff, matter Glanz. Ich lasse meinen Zeigefinger vorsichtig darüber gleiten… Oh, dabei zeichnen sich Stickereien in den Stoff – Ton in ton: runde Blätter formen sich zu Blüten, schwungvolle Linien zu Spiralen. Es ist wundervoll – verblüffend! Je schwungvoller meine Finger über den Stoff gleiten, umso aufwändiger gestalten sich die Muster – eher würde ich es andersherum erwarten. Nur als ich jetzt übermütig aushole, mit mehr Schwung zeichne, dann läuft der Faden aus der Spur, verheddert sich ein wenig und ich muss stoppen. Ich ziehe am Faden, will ihn lösen. Einen Teil der Stickerei muss ich auflösen, nur befürchte ich, dass dabei kleine Löcher im Stoff zurückbleiben könnten. So ziehe ich den Faden mit noch mehr Feingefühl und…

ein lauter Ausruf meiner Tochter zieht mich übergangslos aus dem Traum.


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