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Mühsames Tun im Bioladen

Ach ach…

Traum:
Erneut habe ich die Arbeit im Bioladen angetreten. Amy und Carl arbeiten heute mit – vermutlich ist Freitag, meist ein arbeitsreicher Wochentag. Außer mir sind zwei weitere Angestellte tätig: Angelique und Jan.

Es bereitet ungewöhnliche Anstrengung, mich in den Arbeitsablauf einzufinden. Meine Kollegen sind stets einen Schritt voraus, erledigen die Arbeit, ehe ich überhaupt bemerke, dass diese getan werden muss! Ein ausgesprochen unangenehmes hilfloses Gefühl – vermutlich hinterlasse ich den Eindruck, gar nicht arbeiten zu wollen!

Als eine Kundin nach aktuellen Zeitungen fragt, bin ich regelrecht erleichtert, etwas tun zu können. Ein Stapel frisch gedruckter Tageszeitungen liegt in einem Ständer vor dem Stützpfeiler. Ich greife eine der Zeitungen, lasse sie stoßweise an den Fingern entlanggleiten, und ziehe die einzelnen Beilagen heraus. Der Weser-Kurier enthält die Wümme-Zeitung – „das örtliche Käseblatt“, wie ich zu der Kundin sage – und eine weitere regionale Beilage. Die gewünschten farbigen Werbe-Beilagen fehlen auch nicht! Endlich konnte ich eine Kundin zufriedenstellend bedienen!

Tiefer im Laden bemerke ich eine Warenlieferung, die in einer Nische auf das Auspacken wartet. „Hier packt ihr jetzt die Ware aus?!!“, stelle ich überrascht fest. Kein Wunder, dass ich dies übersehen hatte, früher wurde das im Lager erledigt. Gut, hier kann ich also auch aktiv werden!

Amy steht in der Schwingtür zum Lager, schaut zu mir her. Offenbar soll ich mir dort etwas ansehen. Als ich hinzu trete, fragt eine junge Angestellte – sie ist hellhäutig, blond, zurückhaltend, ruhig und sanft – mit leiser Stimme, ob ich auch den eMail-Posten übernehmen möchte. Sie kann so gar keine Freude daran finden. Oh ja, da freue ich mich – es wäre genau das Richtige für mich! Amy beobachtet meine erfreute Reaktion lächelnd. Ich weiß, diese Arbeit braucht höchstens eine Stunde, aber immerhin. Werbe-Mails mit unseren aktuellen Angeboten sollen an die Kunden verschickt werden. Amy wirft ein, dass die Blinden es doch eh nicht lesen können – stellt den Sinn dieser Tätigkeit in Frage. Das sehe ich anders! In meiner Mailingliste hatten wir einmal einen blinden Teilnehmer. Er hatte extra Software, hat sich die Mails vorlesen lassen! Es spricht nichts gegen die Mails. Wobei ich natürlich von mir weiß, dass ich die meisten Werbe-Mails lösche, ohne sie gelesen zu haben. Aber unsere Kunden dürften sich für unsere Angebote interessieren – dies lässt sich nicht mit beliebiger Werbung vergleichen! Ach ja, die neue Angestellte war mir bis jetzt gar nicht aufgefallen – sie ist so still und unauffällig.

Vor dem Regal mit den Getreidetüten. Ein Angestellter nimmt Klarsicht-Tüten aus dem Regal und ich soll den Inhalt bestimmen. So schwierig ist es nicht: „Das ist Sechskorn.“ Ja, das ist fast richtig, früher war es Sechskorn, aber wenn ich genau hinschaue, sehe ich, dass hier anderes Getreide gemischt wurde – es sind sieben Körnersorten. Der nächste Tüteninhalt ist – ich muss den Blick angestrengt fokussieren, um es erkennen zu können – eine Nussmischung. Aber eine Mischung, die es während meiner früheren Tätigkeit nicht gab. Hiermit fühle ich mich auch gut.

Die Regale sind dürftig bestückt. Früher waren sie bis zum Rand gefüllt. Auf zwei fast leergeräumten Regalböden stehen kleine Buddhas aus Jade und aus Rosenquarz – Räucherstäbchenhalter. Einerseits zur Dekoration; aufgrund der Anzahl vermute ich jedoch, dass sie auch für den Verkauf gedacht sind. Amy schiebt sie noch etwas hin und her, um sie auf der Fläche zu verteilen.

Dann mit Amy im hintersten Lager. Erst jetzt bemerke ich, dass ich ein himmelblaues Nachthemd trage. Es einen hellbraunen Fleck im Leistenbereich. Das ist nicht gerade ansehnlich – ich fühle mich unwohl. Als wir wieder im Verkaufsbereich ankommen, bietet Amy an, mich doch ein wenig auf die Chaiselongue zu legen – diese steht dort, wo zuvor die Warenlieferung lagerte. Sie liegt bereits dort. Als ich mich zu ihr ans Fußende setze, bemerke ich ihren forschenden Blick auf dem Fleck meines Nachthemdes. Wie unauffällig lasse ich meinen Arm darüber gleiten, um dies zu verbergen.

Später fragt Amy, wer am heutigen Tag ab halb Zwölf die Anrufe entgegennähme. Verwundert überlege ich, ob die Mittagspause inzwischen anderthalb Stunden früher beginnt, und während dieser Zeit – bis 13 Uhr – eine Angestellte sozusagen die Stellung hält. Es kamen spürbar weniger Kunden als ich es von früher gewohnt war. Der Gedanke, bereits um halb Zwölf in die Pause gehen zu können, macht mich leicht. Selbst dann, wenn ich die Anrufe entgegennehmen müsste, empfände ich das noch als angenehm.

Später am Tag, draußen unter dunkel trübem Himmel. Eine riesige Sandkiste – Carl und Amy sitzen auf dem Rand, betrachten lächelnd das Geschehen. Mike läuft mit Moina herum – er trägt sie im Rucksack. Moina möchte gleich losfliegen. Es kann ein Raketenstart aus dem Rucksack werden. Mike springt mit ihr auf, Moina wird durch den Schwung im Rucksack hochgeworfen und juchzt vor Freude.

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