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Hans zeltet im Teich

Eine Nacht voller Träume von Regen… Regen und Regen – ein Prasseln unzähliger Weichheiten, die auf den Boden trumpfend in alle Richtungen zerflossen… Nur noch ein einziger Tropfen Traum haftete an meiner Haut, als ich dem Meer der Nacht entstieg:

Spätabends Ankunft am Rande einer kleinen Altstadt. Grauer Himmel, feuchte Luft – der Tag brachte reichliche Regenfälle. Unsere Fahrräder lehnen am Geländer, am Rand eines kleinen gepflasterten Innenhofs.

Hans zeltet hier. Schön, dass wir ihn noch einmal treffen! Nach dem Umzug werden wir ihn vermutlich nie wieder sehen. Der Platz steht unter Wasser – gleicht einem Teich mit Uferrand. Hans hat sein Zelt bereits errichtet. Es steht am Grund des Gewässers und ist somit völlig im Wasser versunken. Das Wasser ist trübe von Sand und Straßenstaub – eine riesige undurchschaubare Pfütze.

Hans ordnet noch einmal seine Sachen, wird sich bald neben sein Zelt ins Wasser legen. Mike möchte ihm gerne noch einmal solidarisch begegnen. Was läge da näher als ein gemeinsames Bad im Teich? Seiner Klamotten schnell entledigt, steigt Mike mit tastenden Schritten hinein. Dann schaut nur noch sein Kopf aus dem Wasser. Ein wenig ernüchternd finde ich allerdings, dass Hans das zwar registriert, aber nicht darauf reagiert. Dies nehme ich anfangs nur am Rande wahr, sonst hätte ich mich vielleicht zurückgehalten. Denn inzwischen habe auch ich mich entkleidet, überlege kurz, ob ich meinen weißen Slip anbehalten soll – entscheide mich dafür. Vermutlich wegen des klammen unangenehmen Gefühls, das durch Hans’ Desinteresse ausgelöst wurde. Es ist natürlich unangenehm, wenn er gar keine Lust auf ein Zusammentreffen hat, und wir ihm dann so nahe rücken.

Hinter Hans sehe ich eine kleine Familie, die mit uns eintraf und ebenfalls ihre Zelte im Wasser aufbaut. Die Frau ist burschikos und wirkt etwas freakig. Sie lächelt unbeirrt zu uns herüber – ihre eigene Freude am Tun bewegt sie. Für sie ist bedeutungslos, was Hans sich denkt; dies ist ein öffentlicher Teich. Einige Teile aus unserem Gepäck schwammen im Wasser. Ich fische sie heraus, das abtropfende Wasser rinnt reichhaltig durch meine Finger. Ich mache die freakige Frau auf die nassen Teile aufmerksam. Sie nickt – na klar, auch ihre Sachen triefen vor Nässe.

Rand-Notiz:
Völlig uninteressant, aber als Weberin möchte ich alle vorhandenen Fäden verknüpfen:
Am liebsten sofort

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