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Pferdefleisch, englisch

Traum:
Im Speiselokal. Schummerlicht mit Beleuchtung auf den Tisch, an dem ich sitze – angenehm. Besteck in der Hand. Blick zum weißen Porzellanteller vor mir. In seiner Mitte ein Pferdesteak. Die Unterhaltung am Tisch dreht sich darum, dass Steaks nicht durchgebraten sein dürfen. Sie gehören blutig. Dieses Gerede darum… diese Allgemeingültigkeit, die mit dem eigenen Geschmack verbunden ist… es macht mich gereizt, zumal ich die einzige bin, die dagegen etwas einzuwenden hat. Meine Grenze ist da, wo reichlich Blut zwischen den Fasern heraus fließt, ohne dass noch der helle Fleischsaft erkenntlich wäre. Nein nein, offenbar gehört es zum guten Benehmen, Steaks blutig zu essen! Langsam ärgert mich diese Arroganz. Andererseits esse ich eh nicht gerne Fleisch.

Ich schneide von meinem Pferdesteak ein erstes Stück ab. Das ist gut gebraten: es ist saftig, aber nicht blutig. Aber das kenne ich… außen ist es oft noch gut. Ich schneide weiter in der Mitte ins Fleisch. Aha, also doch… nicht medium gebraten, sondern wirklich blutig. Das Kernstück ist sogar noch roh! Mit leiser Stimme sage ich: „Allein beim Anblick könnte ich kotzen.“ Mir ist klar, dass ich so was gar nicht sagen darf, ohne die Missbilligung der anderen zu ernten. Aber das ist mir egal, denn es ist wirklich so. Und unweigerlich muss ich an die Folgen denken, die das Essen blutigen Fleisches beim letzten Weihnachtsfest hatte. Diese Erfahrung macht es unmöglich, nur der Unauffälligkeit halber mit der blutessenden Herde mitzulaufen. Und es macht mich wütend, hier auf keinerlei Verständnis zu treffen.

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