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Mühlheimer Aussichten

Traum:
In den neuen Wohnräumen in Mühlheim. Ein schwarzer Hund ist in den benachbarten Räumen, die wir heute ansehen. Er hat zotteliges schwarzes Fell, ist jung und sehr verspielt. Ein wenig keimt die Sorge, dass er Moina dabei verletzen könnte. Einmal ließen wir Moina schon mit ihm allein. Mike sieht das generell ganz entspannt. Wir kamen dann auch bald zurück und es war nichts geschehen.

Als wir ein zweites Mal zurückkommen, schnappt sich der Hund gerade einen Kalliegraphie-Federhalter, stürmt damit auf Moinas Ball zu, wobei die Eintauchfeder mit Wucht auf die Ballhaut trifft. Das erwartete Knallen oder Zischen bleibt aus. Der Ball rollt in einen großen offenen Karton, der Hund stürmt wild hinterher. Wieder befürchte ich, Moina könne dazwischen geraten, und fühle mich entsprechend verkrampft. Nichts geschieht.

Es kehrt Ruhe und Entspannung ein; wir wollen schauen, wie die Aussicht in diesem Nachbarraum ist. Weite Panorama-Fenster gewähren einen Ausblick: Altstadthäuser in ländlicher Umgebung; dazwischen lugt eine Kirchturmspitze hervor. Zwischen den Gebäuden ein kleine Möglichkeit, etwas ferner zu schauen – Grün, blauer Himmel und Sonnenschein. Das ist schön, allerdings hatte ich mir eine offenere Aussicht versprochen, wo der Blick nicht von Häusern aufgehalten wird. Mir wird bald klar, dass dieser Ausblick unserer Wohnung gegenüberliegt – also genau entgegengesetzt ist. Mich wundert, dass wir zu diesen Räumen Zugang haben.

Mike sagt, er würde jetzt gerne noch einmal die weite Aussicht genießen, die wir haben, wenn wir in unseren Räumen im Bett liegen. Ich gehe mit, lasse Moina wieder etwas besorgt beim schwarzen Hund zurück.

Als wir an unserer Wohnungstür ankommen, zeigt sich diese spaltbreit offen. Nanu? Der erste Gedanke ist: Einbrecher! Aber es weiß ja niemand, dass wir hier einziehen werden, also wird hier auch niemand Wertgegenstände vermuten, was einen Einbruch ziemlich abwegig macht. So trete ich sorglos hinein. Überraschenderweise ist Mike dieses Mal besorgt und zögerlich. Als erstes vergewissert er sich, dass auch in den anderen Räumen oder Nischen kein ungebetener Gast zu finden ist. So wie ich ahnte, ist die Wohnung wirklich leer. Und die Aussicht ist wirklich beeindruckend. Die Sonne geht in leuchtenden Farben – goldgelb über Rosaviolett und Orange – unter. Ich habe allerdings keine Ruhe, möchte schnell wieder zu Moina zurück, da ich den ungestümen Hund in ihrer Gegenwart weiß.

Ein kleiner Zeltplatz. Kurz kommt der Gedanke auf, bald unsere Zelte abzubrechen. Da nehme ich ein Grummeln am Himmel hinter mir wahr. Ein nahendes Gewitter? Ich bin mir dessen nicht sicher. Aber die anderen beginnen sogleich damit, ihre Sachen zu packen. Ich stehe auf, denn unter mir liegt der Beutel, in dem das Zelt verwahrt wird.

Vor dem Abbau suche ich noch schnell die Toilettenräume auf. Als ich in den Vorraum trete, sehe ich, dass die einzige Toilette bereits besetzt ist. Die Tür steht einen spaltbreit offen und ich schaue aus unbenennbarem Grund hinein. Offenbar sitzt gerade ein Kind auf der Toilette. Einen Moment später kommt mir die Haltung der Kinderbeine etwas ungewöhnlich vor und ich öffne die Tür ganz. Ein Glück, denn das etwa zehnjährige Mädchen ist tief ins Toilettenbecken gerutscht. Und zwar derart unglücklich, dass ihr Kopf sich unter dem Toilettenrand – dort wo das Wasser herausspült – verkeilt hat und sie ohne Hilfe nicht mehr herauskommt. Kurz überlege ich, wie ich sie befreie, ohne den Kopf dabei unter Wasser zu tauchen. Uuh, das wäre so schrecklich! Vielleicht sollte ich gar nichts tun, einfach wegschauen. Aber das bringe ich nicht übers Herz. Also jetzt mit Entschlossenheit: mit links greife ich beide Beine an ihren Fesseln, mit rechts fasse ich unter den Nacken, drücke den Körper kurz zusammen, so dass sie kaum unter Wasser gerät. Es war ja meine Furcht, sie unabsichtlich in eine Lage des Ertränkens zu bringen. Gleich beim ersten Mal gelingt es – Erleichterung.

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