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Septisches Fieber – vom Fieber in die Hölle

Traum:
Am Ort meiner Kindheit – draußen. Die Atmosphäre ist von drohendem Unheil erfüllt. Mein Vater ist völlig überraschend und spurlos verschwunden. Vielleicht hatte er einen Unfall, landete hilflos in einem der zahlreichen Gräben und verstarb… Natürlich könnte er auch gegangen sein – einfach so… Aber dem Gefühl nach, ist etwas Ungutes geschehen!

Einige Tage gehen dahin, ohne dass wir etwas von ihm hörten oder sahen. Meine Mutter ist völlig verzweifelt und sagt: „Die Ungewissheit ist das Schlimmste!“ Da ist die Hoffnung, er möge bald wieder auftauchen. Diese aber mit einer deutlichen Furcht verbunden, die der Frage entspringt: ‚In welchem Zustand werden wir den Vater wieder sehen?’ Es ist ungewiss, und es macht mir Angst. So halte ich Ausschau, suche bei allen Nachbarn – immer wieder und überall – und fürchte dennoch den Augenblick der Begegnung.

Unvermittelt stehe ich in einem halbdunklen Sonderpostenmarkt vor Tischen, die mit Stoffen und einigen Volantröcken gefüllt sind. Einige ziehe ich heraus, halte sie zum Betrachten hoch. Es sind orientalische Chiffonstoffe. Durchsichtig, teils sind farbenprächtige, seidig glänzende Blüten oder Streifen eingewebt – in Orange bis Rot oder Türkis mit Gold. Auf der anderen Seite des Tisches wählt gerade eine Verkäuferin aus, hebt diesen und jenen Rock hoch. Es sind besondere Röcke, so wie ich sie noch niemals sah. Nur weiß ich nicht, was mir passt und zu mir passt.

Doch dann stehe ich mit ein paar Teilen an der Kasse. Zwei Warteschlangen vor den Fließbändern der Kassen. Hinter den Kassen sehe ich meine Mutter stehen! Es ist jemand bei ihr, den ich wegen der vielen Kunden nicht richtig erkennen kann. Aber eine Ahnung schießt durch meinen Körper und ich kriege Angst: es könnte mein Vater sein… Gleichzeitig möchte ich Gewissheit, und das gibt mir Mut. Ich neige mich seitlich und schaue an den Kunden vorbei… Ja, es ist mein Vater, aber in welch einem Zustand… Nochmals wage ich kaum hinzuschauen, fürchte einen grauenvollen Anblick. Ich gebe mir einen Ruck und schaue. Meine Mutter ruft mir erschüttert zu: „Es war ein septisches Fieber!“ Und mein Vater – abgemagert, aber im Gesicht wie von Gift aufgedunsen – ergänzt voller Betroffenheit: „Du glaubst gar nicht, was man mit mir angestellt hat!“ Und weiter, den Tränen nahe: „Es ging vom Fieber in die Hölle!“

Rand-Notiz:
Beim septischen Fieber finden sich – wenn ich das richtig verstanden habe – Bakterien im Blut. Dadurch können sich Stoffwechselgifte der Bakterien im Blut anreichern, was zu einem septisch-toxischen Schock führen kann – als Blutvergiftung bekannt.

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