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Der Schaffner vom Polarexpress und sein T(r)ick

Traum:
Warteraum in einem alten kleinen Bahnhof. Außer mir noch ein Mann, der auf seinen Zug wartet – schemenhaft im linken Augenwinkel wahrnehmbar. Moinas Präsenz spüre ich an meiner rechten Seite.
Ich nutze die Wartezeit und sortiere Wörter, von denen ich zwei Handvoll aus meiner schwarzen Handtasche auf den Tisch vor mir geschaufelt habe. Es ist eine Wolke mit Wörtern in zwei verschiedenen Größen und in mittelblauer und mildgrüner Schriftfarbe. Der Schaffner aus dem Polarexpress betritt den Warteraum. Ich frage ihn beiläufig, wann mein Zug abfährt. „In zwei Minuten.“, antwortet er trocken. Mit diesen Worten lässt er seinen Daumen hochschnippen, und ein alter Drahtbügel tanzt lustig und in einem fort auf der Daumenspitze. Die abgeriebene maschinengrüne Farbe offenbart das darunter liegende rostbraune Metall des merklich alten Drahtteils. Dies scheint ein alter Trick zu sein, so gewandt und nebensächlich lässt er es geschehen.

In zwei Minuten, so bald schon?!! Eilig verfrachte ich die Wörter in die Handtasche zurück. Mich durchfährt ein gehöriger Schreck, als mir etwas einfällt… Hilfeflehend und entsetzt mein Ausruf: „Oh nein, Herr Schaffner, ich habe unsere Fahrkarte daheim liegen lassen!!“ Vor dem inneren Auge sehe ich sie auf meinem Schreibtisch liegen. Die Zeit ist viel zu knapp, um sie noch zur Abfahrt zu holen. Ich hoffe auf sein Entgegenkommen. Hoffe, dass er gleich die beruhigenden Worte sagt. So in etwa, dass er mir glaubt, dass ich die Fahrkarten zuhause hab liegen lassen. Und dass er ein Auge zudrückt und uns vertrauensvoll mitfahren lässt. Aber nein, mit wach blitzenden Augen zuckt er gleichmütig die Schultern. In diesem Falle kann er nichts für uns machen. Da müssen wir die sechzig oder siebzig Euro noch einmal zahlen. Den Schaffner kenne ich doch… der ist aus dem Polarexpress… vielleicht gibt es ihn gar nicht wirklich?

Rand-Notiz:
Aus dem Polarexpress:
“Also”, fragt der Schaffner, “kommst du mit?” “Wohin?” fragt der Bub. “Na, zum Nordpol natürlich”, lautet die Antwort. “Dies ist der Polarexpress!”

Es war so warm und stickig heute Nacht, dass ich mich regelrecht fiebrig fühlte. Da hat mich wohl die Sehnsucht nach Abkühlung zum Traum-Bahnhof getrieben.

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Die schwarze Handtasche spielte eine Rolle, als ich den Brautschmuck suchte.

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2 Antworten zu Der Schaffner vom Polarexpress und sein T(r)ick

  1. zuckerwattewolkenmond

    Ich staune ja, dass du bei der Hitze überhaupt noch so viel träumst. Ich schlafe jetzt im Sommer bei der Wärme viel kürzer, unruhiger und traumloser. So eine nächtliche Reise zum Nordpol wäre doch wirklich mal eine gute Idee. ;o)

  2. REPLY:
    Was den Schlaf anbelangt, geht es mir ähnlich. Da meine Tochter mich nachts häufiger weckt, habe ich halt gute Chancen, gerade geträumt zu haben und ein paar Fetzen zu erinnern, wenn ich mich zu ihr auf die Socken mache… ;-)
    Gerade überlege ich, ob ich mir gleich paar Kühlakkus ins Bett legen sollte. Oder eine Wärmflasche mit kaltem Wasser und Eiswürfeln füllen.
    Coole Träume Dir! :o)