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Grund zur Freude

Traum vom 30. August 2009

Am kleinen Lebensmittelmarkt grenzt ein Wartezimmer an. Die Kunden sitzen auf den Stühlen rundum, wie im Wartezimmer einer Arztpraxis, blättern in Zeitschriften, blicken manchmal mit hochgezogenen Augenbrauen auf und sind immer noch nicht an der Reihe.

Eine der Frauen mault, es sei doch unmöglich, dass man während der Öffnungszeit vor einem Supermarkt warten müsse. Eben! Das sehe ich auch so und stürme direkt in den Supermarkt. Als ich das Drehkreuz erreiche, kommt mir dort ein Hund entgegen, der den Laden verlässt.

Schwungvoll setze ich meinen weißen Kleinwagen rückwärts vor die Zapfsäule einer älteren Tankstelle, steige auf der Beifahrerseite aus, öffne den Tankdeckel. KP kommt mir schon mit der Zapfpistole entgegen. Oups, der Schlauch reicht nicht. Ich habe aber auch unmöglich weit von der Zapfsäule entfernt gehalten. Gerade will ich einsteigen und weiter zurücksetzen, da meint KP lässig: „Nee, nicht nötig.“

An der Zapfsäule fordert er mich auf, eine Auswahl zu treffen. Ich soll mir nehmen und meinen Tank damit füllen. Die Zapfsäule bietet: Popcorn, Honey Wheat, weitere süße Cerealien. Bäh, lauter Zuckerkram! Das einzig Ungezuckerte sind Peanuts. Na, ausgerechnet die Nüsschen sind wohl zu hart, um zu Antrieb verarbeitet zu werden. Alles andere ist ungeeignet. Ich nehme von allem ganz wenig. Als ich es in den Tank geben will, zeigt sich dieser randvoll. Doch KP meint, ich solle es ruhig noch dazu tun. Okay, also drücke ich hier ein Popcorn rein, dort ein Honey Wheat und probiere sogar ein paar der Peanuts aus und hoffe, dass letztere in dieser geringen Menge nicht gleich für eine Blockade in der Verarbeitung sorgen. Trotzdem… wenn ich mich nicht völlig irre, dann ist das doch ein ungewöhnlicher Treibstoff, oder?

Ein herrlicher, sonniger Spätsommertag am späten Nachmittag. Die Sonne steht tief, taucht alles in sanft verheißungsvolles Licht. Ein überdachte Veranda. Dort sitzen, rund um einen Tisch, die Männer von der Schrauben-Bar und entspannen sich bei einem kühlen Bier. Direkt vorn an die Veranda angrenzend steht eine Truhe mit einer Außenwand aus schwarz lackiertem, glänzend poliertem Stahlblech. Diese Truhe ist mit Kühlwasser gefüllt. In diesem Cooler also stehen reichlich mit dunkler Flüssigkeit gefüllte Flaschen. Das ist ohne Bedeutung, wichtig ist für mich, dass in der Mitte noch Platz frei ist. Heute gibt es nämlich etwas zu feiern. Ich zerspringe fast vor Glück und Freude darüber, kann aber nichts weiter darüber sagen, denn ich weiß nichts davon.

Ich laufe schnell in den wenige Schritte entfernten Lebensmittelmarkt und kehre gleich darauf zum schwarzen Cooler zurück. Lässig, mit kraftvollem Schwung, lasse ich einen Plastikbeutel (etwa 20 l) voller Eiswürfel ins Kühlwasser plumpsen. Die Männer auf der Veranda merken auf und denken sichtlich: ‘Da ist doch was im Busch?’
Sie ahnen es, ja haben bald die Vermutung: Sie hat heute ihr Abitur gemacht und will das feiern.
Immer noch zerspringe ich fast, kann es aber nicht sagen, nicht benennen, denn wenn ich es erzählte, was ich tatsächlich erfolgreich abgeschlossen – weil an Wissen und Fähigkeit hinzugewonnen – habe, so belächelten sie es und wären wohl enttäuscht. Das wiederum wäre mir unangenehm.

Gleich ist es also soweit! Gleich ist der Augenblick gekommen. Erneut springe ich in den Markt und bin in der nächsten Sekunde zurück. Dieses Mal mit zwei Flaschen Cola in der Hand. Diese lasse ich zu dem Eiswürfelbeutel ins Wasser sinken, damit sie gleich die richtige, dem Anlass entsprechende Temperatur haben. Einer der Männer am Tisch nickt in Richtung Cooler und meint: „Das mag dein Ex wohl so?!“
Yoo, klar!
Stimmt, wir werden gleich anstoßen. Ich wundere mich, es irritiert mich immer mehr, warum ich mich so darauf freue, mit meinem Ex diesen erfreulichen Abschluss zu feiern. Wie ich überhaupt auf diese abwegige Idee gekommen bin?

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