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Aufregung, klammes Gefühl und ein Stern am Ende

T r a u m:
Als Verkäuferin hinter dem Tresen eines Bioladens. Beim Ordnen der Ware entdecke ich eine graublaue Baseballkappe. Sie gehört einem Kunden – er hat vergessen sie mitzunehmen. Während ich sie in Form ziehe, bemerke ich, dass der Stoff etwas klamm und muffig ist. Dies nur nebenher, denn meine Chefin ruft mir zu, dass der Preis für die Kappe sieben Euro betrage – falls der Kunde sie holen kommt. Es gibt eine helle Aufregung in mir – die ich übrigens auch bei meinen Kolleginnen wahrzunehmen meine – als ich das höre. Verdutzt sage ich: „Aber die Kappe g e h ö r t dem Kunden doch schon längst!!“
Für die Chefin ohne Belang, denn die Kappe ist gegenwärtig Teil ihres Sortiments, und von daher kann sie selbstverständlich ein Entgelt dafür verlangen.

Ich finde ihre Haltung unmöglich. Aufgeregt, wütend und mit dem Gefühl, mich nicht wirklich verständlich gemacht zu haben, gehe ich in den angrenzenden Lagerraum, um dort Pause zu machen. Ich setze mich auf den rohen kühlen Fußboden und lehne mich an die Wand. Rechts neben mir liegt eine zerdrückte Leinenjacke – sie ist klamm, muffig und wirkt lumpig. Meine Hand liegt im Stoff; und hält ihn fest. Als meine Chefin den Lagerraum betritt, überlege ich kurz, sie könne mich darauf ansprechen, dass dieser Platz viel zu kühl zum Sitzen sei. Sollte sie etwas sagen, dann will ich ihr erzählen, dass meine Hand in der Jacke liegt, und der feuchte Stoff durch meine Körperwärme richtig warm geworden ist, wodurch eine gewisse Wärmezufuhr gegeben ist.

Die Chefin – es ist die betagte mütterliche Nicole – steht nun vor mir. Sie wirkt nachdenklich und möchte mir unbedingt etwas mitteilen, damit ich mehr Verständnis für sie erlangen kann: „Die Mutterliebe trägt es nicht mehr.“
Diese Aussage bezieht sich auf die graublaue Kappe, die ihrem Sohn gehört. Ach soo… nun verstehe ich. Und ihr Blick erzählt schweigend, dass die Mutterliebe irgendwann nicht mehr alles tragen kann, wenn die Söhne erwachsen geworden sind. Ihr Sohn muss seinen Weg nun alleine finden. Sie fügt noch eine Bitte hinzu: „Sag es bitte nicht Deinem Vater! Mancher erzählt so etwas ja in der Familie.“
Ja klar, ich werde nicht darüber sprechen.

Während Nicole – ich bemerke vage ihre weinrote Kleidung – mit nachdenklich gesenktem Kopf neben mir stehen bleibt, öffne ich eine von mehreren Faltkarten, die ich soeben erhielt. Die Karte in meinen Händen ist aus weihnachtsrotem Tonpapier. Zeitgleich kommt ein sehr nachdenklicher zwölfjähriger Junge hinzu – durch eine Tür rechts hinter mir. Er öffnet die gleiche Karte mit seinen Händen. Wir beide sehen den weihnachtsroten Stern im Innern, der sich beim Aufklappen der Karte entfaltet. Dabei offenbart sich der Inhalt des Sterns: viele Sterne aus verschiedenen Bastelmaterialien und in unterschiedlicher Größe. Das ist unerwartet und einen Augenblick fürchte ich, durch eine zu abrupte Bewegung die Hälfte der leicht flüchtigen Teile zu verschütten.

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