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Triumphierender Finsterblick

T r a u m:

Ein gefüllter Theatersaal – Blick auf den Schauplatz. Die Vorstellung geht dem Ende zu, alle Akteure treten noch einmal nacheinander auf die Bühne. Der bekannte Schauspieler – ein untersetzter Typ um die Sechzig, Lodenjacke mit hochgezogenem Kragen, Wollmütze, fachlich routiniert, langjährige Bühnenerfahrung – tritt wissend auf die Bühne. Er genießt schon jetzt, was gleich geschehen wird. Es wird geschehen, denn es ist immer so.

Er weiß worum es geht, weiß was zu tun ist. Er neigt seinen Kopf kaum merkbar nach vorn, gerade so weit, dass seine Augenpartie von der tief hinab gezogenen Wollmütze beschattet wird. Sein Blick durchdringend und fest fixiert. Er könnte auf jeden gerichtet sein! Der Mund streng und schmal, fest aufeinander gepresste Lippen – ein eiskalter Verbrecher! Ein Schaudern erfasst die Zuschauermenge – schlagartige Stille. Eine Stille, die nun mit erschüttertem Raunen gefüllt wird.

Der Mann spielt seine Rolle perfekt, glaubhaft… Und er weiß es. Ich sehe das hintergründige Glühen in seinem finsteren Blick… seine Genugtuung über die ausgelösten Reaktionen. Wie immer reichte dieser spezielle bewegungslose Blick aus, um alle – wirklich alle – Zuschauer vor Ehrfurcht erbeben zu lassen. Sein Triumph!

Rand-Notiz:
Mein Traumbild ist ja nix geworden. Sieht eher nach einem trotzigen Jungen als nach einem reifen Schauspieler aus. Ich bringe diesen Schauspieler allerdings auch mit meiner Kindheit in Verbindung – so gesehen passt es schon. Gleichzeitig assoziiere ich zu dieser Traumfigur einen Schauspieler und Rezitator, der in Worpswede lebt.

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