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Sauer und bissig

T r a u m:

Sommer. Eine lange Tafel mit Gästen unter freiem Himmel. An der linken Seite sitzt der Hausherr, an der rechten die Hausfrau, ich schaue vom Kopfende über den Tisch. Beherzt greife ich in eine Glasschüssel, nehme einen handlichen Batzen Salat mit Zitronendressing zwischen die Finger und beiße davon ab. Mmh, es schmeckt knackig und erfrischend, aber vielleicht eine Spur zu sauer. Mein Blick geht zum Hausherrn, der mit gesenktem Blick am Tisch sitzt. Ich frage ihn, ob’s schmeckt. Darauf antwortet seine Frau, er habe keinen Hunger, da er so lange gearbeitet habe. Langsam hebt der Mann den Blick, schaut mich nachdenklich lächelnd an… Mein Interesse kommt unerwartet, und es bereitet ihm eine kleine Freude.

Bald stehe ich vom Tisch auf, folge mit einem bestimmten Vorhaben (konkrete Erinnerung fehlt) dem Weg nach rechts. Links von mir ist nun eine Hauswand, geradeaus ist ein weiteres Haus zu sehen. Ein Schäferhund an dieser Stelle… ich bemerkte ihn bereits bei Tisch. Und ich spürte schon vorhin, dass er längst auf mich wartet. Wie immer erwacht meine mehr oder weniger ausgeprägte Angst vor Hunden. Dieses Mal nur schwach, und vielleicht geschieht ja wieder nichts.

Als ich die Hausecke fast erreicht habe, kommt mir der Hund mit wenigen Schritten entgegen. Es ist ein Schäferhund, der gutmütig wirkt. Mit einer vorsichtigen Bewegung schnappt er meine linke Hand, so dass sie in seiner Schnauze verschwindet. Deutlich spüre ich jede Spitze seiner Zähne in meiner Haut. Er übt gerade nur so viel Druck aus, dass ich dies so spüre, ohne zuzubeißen. Offenbar liegt das auch gar nicht in seiner Absicht. Sicher bin ich nicht, und mir ist mulmig. Hinzu kommt, dass ich weiche Knie vor Angst kriege und zu Boden sinke. Eine Geste der Unterlegenheit, die den Hund vielleicht umso mehr reizen könnte? Womöglich kriegt er Lust mich zu zerfleischen? Sollte ich nicht besser zusehen, wieder auf die Beine zu kommen? Aber es gelingt nicht. Der Druck der Zähne in meiner linken Hand schwächt mich derart, und führt zu einem krampfartigem inneren Schmerz, der mir jede Bewegung unmöglich macht! Gleichzeitig empfinde ich den wohldosierten Druck des Hundes als sehr angenehm. Das Antlitz des Hundes zeigt sich gutmütig und friedfertig lächelnd. Ich frage mich, warum er dennoch meine Hand schnappte. Woraufhin der Hund mich wissen lässt, dass er damit nur seinen Dienst erfülle.

Verwandte Träume:
Salat gab es beim Mut der Elsa Fin bereits – allerdings nicht mit Zitronendressing.
Ach ja, die Glasschüssel war bei ihrem letzten Traumauftritt noch mit Schokoladenpudding gefüllt.

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