Home » Traumtagebuch » Vom Mut der Elsa Fin

Vom Mut der Elsa Fin

Traum: Mediterran. Im dritten Stock eines jungen Hauses. Sie/Ich – Elsa Fin – kocht gerade in ihrem Appartement, als es unten an der Haustür klingelt. Sie – ich bin übrigens ein neutraler Beobachter, der ebenfalls durch ihre Augen schaut…Kurzum, wir sind allein im Haus.

Dieser Film, der hier gerade läuft, wurde bereits geschrieben. Und er nimmt eigentlich ein ungemütliches oder gar gewaltsames Ende. Also habe ich Angst, als es an der Haustür klingelt! Aber sie, Elsa Fin, tritt laut trällernd in den Hausflur hinaus, um die Furcht wie einen bösen Geist zu verscheuchen. Ihre Stimme tönt im Treppenhaus nach. Sie ruft fröhlich und leicht zum Eingang runter, dass sie bereits auf dem Weg sei und gleich öffnen werde.

Während sie hinaustritt – dabei hält sie die Salatschüssel im Arm, bereitet weiter den Salat zu – fällt ein kleines dressingummanteltes Salatstrunkteilchen zu Boden. Von ihr unbemerkt!! Eine unauffällige Nebensächlichkeit, die fast dem Auge entgangen wäre. Genau das aber ist der entscheidende Punkt, der dem Zuschauer womöglich erst nachträglich auffällt. Denn dies ist der Punkt, ab dem alles anders kommt als es im Skript geschrieben steht!

Sie ist an der Türe und öffnet, während ich tiefer im Raum stehend abwarte. Zwei Männer treten ein. Sie tragen Anzüge in gedeckten Farben, die Hosenbeine sind zu kurz. Der erste Mann – die Hauptperson – geht schweigend durch das Entree. Der zweite Mann, ein Mr. Bean-Verschnitt – vermutlich der Manager des zurückhaltenden Mannes – folgt und bleibt stehen, während sich der erste Mann mit gesenktem Blick auf eine Bank an der Wand setzt. Und dieser schüchterne Mann ist der Gast? Er ist der Verbrecher, oder gar der Mörder??

Elsa Fin sagt etwas zu dem Mr. Bean. Ihre Stimme ist sorglos, leicht und heiter – tönt kraftvoll in dem klaren Treppenhaus nach. Ob dieser Furchtlosigkeit und geradezu dreister Fröhlichkeit erschrickt der Mann. Seine Augen öffnen sich überrascht und entsetzt, während ihm der Mund offen stehen bleibt. Er will sich entspannt zeigen, lässt den dunklen Taschenschirm lässig am Handgelenk hin und her schwingen. Sein Schreck ist offenbar groß,denn er gibt dem Schirm unbeabsichtigt zu kräftigen Schwung, so dass ihn dieser mit Wucht an der rechten Wange trifft. Ein langer dunkelblau-roter Streifen zeichnet sich auf seinem Gesicht ab. Die Stelle schwillt an, dehnt sich rötlich-heiß aus. In seinem Gesicht zeichnen sich nun ungeheure Verblüffungund Sprachlosigkeit ab… über die dreiste Frau, und über den Schlag, den er sich selbst versetzte.

Und all dies stand so nicht im Skript geschrieben!

Rand-Notiz:

Dieses Wort… ver*weben… in den Traumtaumeligen Angelegenheiten für Elsa Fin ließ mich beim Lesen innehalten. So als wolle es mir etwas sagen, aber ich wäre weit davon entfernt, wirklich zu verstehen.

Nachtrag: Nun hab ich den Salat.


Tags:

2 Antworten zu Vom Mut der Elsa Fin

  1. doch wo bin ich eigentlich in der nacht …

    (lacht)

  2. REPLY:
    wenn ich darauf nur eine sichere Antwort wüsste…
    Wie auch immer, für diese Nacht haben wir beide jedenfalls ein ganz sicheres Alibi! :-)