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Miststück

- Da sitze ich ganz schön in der Scheiße –

Traum: Eine Schulung im Ausland geht zu Ende. Eine Reiseleiterin trifft ein, um die Teilnehmer bei den letzten Reisevorbereitungen behilflich zu sein. Bei der Begrüßung schließe ich sie beherzt in meine Arme. Daraufhin schaut sie mich missbilligend und verstimmt an. Offenbar ist sie empört über meine hemmungslose Annäherung, womit ich ein wenig unbeholfen zurückbleibe. Ich hatte gar nicht aufdringlich sein wollen.

An diesem Vormittag findet noch einmal Unterricht statt. Ein stattlicher Mann, der Unterrichtsleiter, verteilt an alle ein blaues Heft mit dem Titel Planetenstände. Dieses Heft hatte offenbar beim Transport etwas gelitten, denn es ist etwas knautschig – vielleicht wurde es etwas gedrückt und gestaucht. Mit festen Streichbewegungen will ich dem Heft ein wenig Form zurückgeben. Dabei denke ich, dass ich so ein Büchlein bereits seit längerem habe; es wurde seinerzeit von der Autorin signiert. Insofern bin ich nun dankbar, dieses Heft heute nochmals zu erhalten, denn dieses enthält freie Flächen für eigene Eintragungen und Notizen, so dass ich dieses Mal keine Scheu haben muss, hineinzuschreiben.

Wir haben in der Pause dann noch Gelegenheit zum Packen. Ich mache schnell, muss dann aber feststellen, dass ich jede Menge Scheiß (im wahrsten Sinne des Wortes) mitgenommen habe. In Schummerlicht hocke ich am Boden zwischen teilgepackten Plastiktüten und Taschen. Mit einer Schaufel hole ich immer noch mehr Mist hervor. Eines davon ist plattgetreten, rechteckig und enthält Reste von Stroh – es könnte von einer Katze sein.

Langsam steigt Verzweiflung in mir auf… wenn das so weitergeht, werde ich niemals rechtzeitig mit dem Packen fertig werden! Schließlich muss ich alles sorgfältig bereinigen und packen, was in diesem Falle immense Zeit in Anspruch nimmt. Nie und nimmer hatte ich mit einem solchen Aufwand gerechnet! Hätte ich doch nur besser aufgepasst, mich auf das Wesentliche beschränkt und weniger mitgenommen! Der Unterricht geht weiter, ich muss unterbrechen, ohne bisher ein Stück gepackt zu haben. So was Blödes!

Wir sitzen in einem Konferenzzimmer an den Tischen, die in Rechteck-Form gestellt sind. Einige bekommen ein Rotwein-Glas zur Verfügung gestellt. Ich gehöre auch dazu. Während sich noch alle auf den Unterricht vorbereiten, nehme ich das Rotwein-Glas (esist aus einfachem, eher dickem Glas) und stelle es auf den rechten Handteller. Mit kreisförmigen Handbewegungen bringe ich das Glas in der Handfläche zum Rotieren. Als es erst einmal in Bewegung ist, reicht es aus, mit kaum wahrnehmbaren Bewegungen das Glas weiterkreisen zu lassen. Wirklich erstaunlich, dass ich bis zu diesem Augenblick völlig vergessen hatte, dass wir diesen Trick in der Vergangenheit immer wieder probierten (so wie mit Rubik’s Cube ) – das war damals sogar richtig In.

Rechts neben mir sitzt eine Frau, die dies beobachtet. Sie sagt etwas grimmig zu mir, ich würde schummeln, denn so etwas ginge nicht – es sei nämlich unmöglich! Ich bin verwundert, denn da ich es von früher kenne ist es mir etwas Selbstverständliches, dass es möglich ist. Es so selbstverständlich wie früher das Hula-Hupp-Kreisen. So demonstriere ich es nochmals extra für sie und ermuntere sie, es doch selbst einmal auszuprobieren! Dann wird sie ja selbst sehen!

Der Unterrichtsleiter ist guter Dinge und macht uns ein großzügiges Angebot: nachdem wir den Rest gepackt haben, wird er uns noch eine Zusatzstunde geben, die gar nicht im Programm stand. Aus diesem Anlass wollen wir uns schon bald wieder im Foyer treffen. Ich kann mich über dieses nette Angebot gar nicht freuen, denn mir fällt sogleich die Packerei ein. Wie soll ich das alles schaffen? Der Unterrichtsleiter meint freundlich, wir schaffen das auch hinterher noch ganz locker. Sicher, die anderen vielleicht, aber ich nicht. Wie auch, wenn ich noch den ganzen Scheiß da zu bewältigen habe?! Die Reiseleiterin ist wieder da, schaut mich herablassend und kritisch an. Mein Fauxpas kann ich wohl nicht wieder gutmachen.

Als ich mich auf den Weg mache, alles zu erledigen, steige ich über offene Koffer, die mit säuberlich mit Babywindeln gefüllt sind. Ich überlege, mir einen Stapel davon zu greifen und schon mal ins Auto zu packen. Vielleicht ist es mir auf diese Weise dann doch noch möglich, ohne zu viel Zeitdruck am Seminar teilzunehmen?!

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