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Am liebsten sofort

möchte, nein will ich alle Zelte abbrechen! Und stelle – nun erst? – ernüchtert fest, dass ich keine aufgebaut hatte. Vielleicht baute ich eine Hütte, und ein Nebengebäude – was Stabiles, an dem ich hänge und das ich nicht aufgeben möchte. Warum auch.

Was mir fehlt ist das Aufgebenkönnen von Luftigem, von etwas, das auch dafür gedacht ist, nur kürzere Zeiträume zu überdauern. So wie ein Zelt, das ja glücklich ist, wenn es ab- und wieder aufgebaut wird.
Ein Zelt ist ein Vagabund, es hält nicht am Ort fest. Es hält sich nur i m Erdort fest, um nicht unfreiwillig fortgewirbelt zu werden. Halt für einen Augenblick, nicht für die Ewigkeit bestimmt.

Wo sind meine Zelte? Liegen sie etwa in Kartons, in der Ecke, in einer Nische, an die ich nur ungemütlich herankomme? Oder bin ich zu träge, diese leichtfertigen Zelte zu errichten. Immer gerade da, wo es mir gefällt? Es wäre doch was, und sei es vielleicht nur dafür schön, um sie bereits am nächsten Tag, im Morgengrauen wieder abzubrechen und ohne Abschied zu verschwinden. Beim Schweigen bleiben.

Mir fiele es auf, wenn ich wortlos verschwände. Eine Art, die nicht mit meinem Selbstbild kompatibel ist. Ansonsten… es würde wohl niemandem auffallen, wenn ich nicht wäre. Also, wenn ich nicht dabei wäre, der dies ja auffiele – s o meine ich das, und nicht anders!


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