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Unerwarteter Bewerbungsauftrag

Traum: Nachdem mit der Chefin ein paar Dinge im Bioladen geklärt wurden, brechen Carl HD und ich auf, um den Auftrag auszuführen. Es ist sein Auftrag, aber Moina und ich dürfen ihn heute dabei begleiten. Unternehmungslustig machen wir uns auf den Weg.

Wir fahren mit einem Kleintransporter, Carl HD sitzt rechts am Steuer. Inzwischen haben wir den innerstädtischen Bereich erreicht, der mich etwas an Frankfurt am Main erinnert. Durch die großzügige Windschutzscheibe des Führerhauses und dem höher gelegenen Sitz ist ein großzügiger Blick gewährt. Es ist angenehm, einen Platz zu haben, an dem alles so überschaubar ist.

Hier kommen drei Straßen zusammen, weiter vorne vielleicht das Ufer des breiten Flusses, der diese Stadt durchfließt. Wir biegen nach links ein und bewundern die Schönheit dieser Stadt. Gerade will ich von Elba berichten, von diesem bemerkenswert schönen Ort, an dem ich kürzlich weilen durfte. Da erzählt Carl HD, wie schön es in München sei. Es lässt mich verstummen, um ihn nicht seiner Begeisterung zu berauben, die ihm augenscheinlich gut tut.

Bald erreichen wir die ruhiger gelegene Straße mit dem Gebäude, das unser Ziel ist. Ich finde es etwas aufregend, weil ich bei etwas dabei sein kann, was normalerweise unüblich ist.

Nur verhaltend sprechend, durchstreiften wir die Gänge und steigen ein paar Stufen zu den Türen hoch, die in die Verwaltungsräume des Unternehmens führen. Obwohl wir hinauf gehen, gelangen wir in einen etwas tiefer gelegenen Bereich. Wir albern flüsternd und rangelnd herum, öffnen dann die Tür mit geschäftlich-ernstem Gesichtsausdruck.

Rechts der Empfangsbereich (hier assoziiere ich Demoskopie). Die freundlichen Damen fordern uns auf, noch kurz das Wartezimmer aufzusuchen. Sie geben uns allerdings gleich einen ersten Auftrag mit. Völlig unerwartet kommt, dass ich diese Aufgabe erledigen soll. Das war nicht geplant.

Mit den Schreibunterlagen und Vordrucken halten wir uns in dem etwas unterbelichteten Warteraum auf. Als die ersten Frauen eintreffen, die sich hier bewerben wollen, frage ich deren Daten ab. Bei dem Formular, das ich für jede Person ausfüllen muss, geht es nicht nur um die üblichen Daten, sondern es sollen auch eher unübliche Dinge erfasst werden. So soll ich notieren, ob die Frauen eine gepflegte Erscheinung haben. Sie müssen sich auch einen kurzen Film anschauen. Daraufhin soll ich deren Reaktion und offenbare Belastbarkeit beschreiben.

Ich bin vergnügt und lässig bei der Sache. Eine der Frauen frage ich direkt: „Und? Sind sie eine gepflegte Erscheinung, Ina? Ich glaube, ja, oder?“
Ich schaue hin und sehe, dass diese Frau wirklich gepflegt wirkt. Sie wirkt unauffällig und auf den zweiten Blick überraschend apart: der leicht getönte Teint ist voller frecher Sommersprossen, ihre honigblonden Haare sind fransig-kurz und sommerfrisch, die von Natur aus hellen Wimpern kräftig getuscht. Nett! Ina ist allerdings der Name der unscheinbaren, blassen Frau, die ich zuvor befragte, und deren Beurteilung längst notiert ist. Erst jetzt, da Carl HD – der bisher alles schweigend mitverfolgte – die sommersprossige Frau mit korrektem Namen anspricht, wird mir bewusst, dass ich die aparte Frau fälschlich mit dem Namen der unscheinbaren Frau angesprochen habe – oups!

Inzwischen ist die Frau mit den Sommersprossen aufgefordert, den kurzen Film anzusehen. Ich beobachte sie und stelle die erste Frage dazu: „Ist dieser Film für Sie erträglich?“ Ganz offenkundig will sie die Haltung bewahren; sie sagt mit leiser aber fester Stimme, der Film sei erträglich. Im gleichen Augenblick bricht sie verzweifelt und mit tonlosem Schluchzen zusammen. Sie kauert gekrümmt am Boden, wie in einer gezimmerten Bretterkiste liegend, die aufgebrochen liegt. Die Tränen hält sie zwar noch hinter den geschlossenen Augenlidern, aber sie glänzen bereits am Wimpernrand durch.

Offenbar naht der genaue Zeitpunkt des Vorstellungstermins, denn nun trudeln viele Frauen auf einen Schlag ein. Jetzt geht’s richtig an die Arbeit – gutes Gefühl!

Anmerkung: Vermutlich kommen für den ausgeschriebenen Job nur Personen in Frage, die einem heftigen Film (ich kriege davon im Traum nichts mit, da ich die jeweilige Zuschauerin beobachten muss) gewachsen sind. Zumindest würde das den Einsatz des Films erklären.


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