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Abgeriebene Glasreibe

Ein lichter Raum, halb offen, draußen indirekter Sonnenschein. Links hinter mir steht meine Mutter. Rechts hinter mir nehme ich meinen Vater wahr, der umhergeht. Ich demonstriere gerade die Vorteile einer Glasreibe gegenüber Reiben aus anderen Materialien.

Ruckzuck habe ich ein Stück Parmesan restlos zerrieben. Dazu erkläre ich, dass sich selbst Nüsse auf einer Glasreibe zerreiben lassen, ohne dass die Reibefläche verkleben würde, weil selbst schmieriges Nussmus nicht daran haften bleibe. Mit einer Handbewegung will ich die letzten verbliebenen Käsekrümel von der Reibe wischen, und stelle dabei verblüfft fest: die Reibefläche ist abgerieben! Sämtliche Glaszacken, die das Zerreiben ermöglichen, habe ich – ohne es zu merken – gerade eben abgeschliffen! Das Glas zeigt sich glatt und durchschaubar. Das habe ich ja noch nie erlebt!!

Mir fällt ein, dass die Glasstückchen mit in den geriebenen Käse gefallen sein müssen. Der Käse wäre dann nicht zum Verzehr geeignet! Ich kann es kaum glauben, lasse meine Handfläche überprüfend über die Reibe gleiten. Aber tatsächlich, nur noch am Rand sind hier und da ein paar flache Erhebungen verblieben. Selbst diese sind aber derart abgeschliffen, dass sich nichts mehr Zerreiben ließe. Ich bin ein wenig ratlos, blicke suchend in den Käse. Es ist nicht klar zu erkennen, ob dort wirklich Glaskörnchen hineingefallen sind

Mein Vater kommentiert dazu nüchtern, dass er diesen Reiben noch nie etwas abgewinnen konnte. Er fragt sich: „Braucht der Mensch so etwas überhaupt?“

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