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Erdfuß-Meister und Jasmin Bonsai-Haar

Müdigkeit… nach mehrmaligem Wegdösen nur noch Bruchteile erinnert

Traum: Nach wie vor Auslandsaufenthalt. Wir haben einen eher abgelegenen Ort erreicht. Ein flaches einfaches Seminargebäude nahe dürren kargen Bäumen. Mike wird hier heute eine asiatische Kampfsportart erlernen. Dabei geht es um eine Selbstverteidigungstechnik, die ziemlich unerbittlich und voller Selbsthärte ausgeführt werden muss. Außer den Teilnehmern darf niemand während der Aktivitäten in dem Haus anwesend sein, da es ziemlich wirbelig daher geht, und wir nicht zwischen die muskelharten Körper geraten sollen. Es könnte dabei zu Verletzungen kommen – ablenken würde die Präsenz passiver Beobachter auf alle Fälle. Von daher also diese Hausordnung.

Mir geht es nicht gut mit dieser Angelegenheit. Ich fühle mich psychisch und physisch blockiert, spüre quellende Wut, Trennungsschmerz und violettblaue Traurigkeit. Ich bin nicht damit einverstanden, dieser Bestimmung zu folgen und ohne meinen Mann zurückzubleiben. Schließlich haben weder er noch ich das so gewollt.

Ich betrete das Gebäude durch eine Tür auf der linken Seite. Ein angenehm heller Raum mit elastischem Holzboden, freien Fenstern mit Blick ins Grüne öffnet sich. Gegenüber der Eingangstür sehe ich die asiatischen Lehrer und Teilnehmer in Aktion. Vor dem Holzpodest halte ich kurz inne. Dort sitzen Mike und sein asiatischer Meister – ich setze mich dazu. Schaue nach rechts, an Mike vorbei, zu dem Asiaten, der seine Beine nach rechts untergeschlagen hat. Er trägt einen leichten Leinenanzug, dessen Oberteil mit einem Stoffgürtel locker zusammengehalten wird. Ganz besonders fallen seine Füße ins Auge. Er läuft immer barfuß. Die Haut ist davon rau und leicht rissig. Diese zarten Risse und Rillen sind schwarz von Erde, die sich wohl nicht mehr entfernen lässt.

Jasmin Bonsai-HaarOffenbar fühlt sich niemand durch mich gestört. Um die Aktivitäten nicht zu stören, gehe ich nach rechts zur anderen Seite. Dabei passiere ich einige Kämpfende – Mike ist auch dabei. Dabei keimt erneut Schmerz darüber auf, dass ich an dieser Sache nicht teilhaben darf.

Am Ende des Raumes steht ein Tisch an den Fenstern. Eine Frau sitzt, zwei Männer stehen davor. Es kommt zu einer kurzen Unterhaltung und ich drücke meinen Schmerz und meine Enttäuschung über diese Planung aus. Dem wird keinerlei Verständnis oder Gehör geschenkt. Die Wut darüber, mich nicht verständlich machen zu können, keimt erneut auf. Ich versuche es nochmals, aber erfolglos – was noch mehr die Wut schürt, die in Bauch und Brust stecken bleibt. Die Frau, die am Tisch sitzt, hat eine sonderbare Frisur.

Auf einem südländischen Balkon – Ausblick wie in die Toskana. Gemeinsam mit den Leuten vom Tisch stehe ich hier – wir unterhalten uns. Nun kann ich auch die auffällige Frisur der Frau näher betrachten, denn sie steht direkt rechts neben mir. Die Haare wirken wie ein japanischer Strauch: dunkle Zweige mit rundlichen weißen Blütenknospen an deren Enden – sie lassen mich an Jasmin denken. Ich fürchte, mich an den harten Zweigen zu verletzen, wenn ich der Frau näher komme. Ich frage sie, ob man diesen Frisuraufbau leicht wieder von den Haaren entfernen könne. Zwar kommt keine ganz eindeutige Antwort, aber ich verstehe sie soweit, dass es eher nicht möglich ist. Die Frau sieht irgendwie sogar ganz hübsch und gepflegt aus. Die zarten und weich geschwungenen dunkelbraunen Zweige passen schön zu ihrer zierlichen Erscheinung.

Als ich einen Zweig zur Überprüfung abbreche, stelle ich fest, dass die Zweige weicher und elastischer als vermutet sind. Die Untersuchung des abgebrochenen Zweigstückes zeigt, dass die honigblonden Haare vom weichen Holz der Zweige richtig ummantelt sind. Sie sind eine Synthese eingegangen, so dass die Sache herauswachsen muss, wenn man sich davon befreien möchte.

Jetzt bricht der ganze Schmerz an die Oberfläche. Das Schluchzen lässt sich nicht mehr stoppen und mit fast erstickter und verzweifelter Stimme sage ich in den Raum: „Aber so kann ich Dich gar nicht mehr küssen (ohne mich dabei zu verletzen)!“ Ich senke den Blick, der nun in ungeweinten Tränen verschwimmt.


Rand-Notizen:
Die Füße des asiatischen Meisters dürfte man dann wohl im wahrsten Sinne des Wortes als geerdet bezeichnen…

Jasmin in den Haaren… das hängt vermutlich mit dem Traum von gestern zusammen, und vor allem mit der Gestaltung des Bildes von Moina im grünen Rock und dem Jasmin. Den Jasmin habe ich in das Foto von Moina hinein montiert.

Träume sind Bilder… ich überlege, ob sich die Träume auch gerade durch Bildhaftes neu inspirieren lassen.. Zumindest dieser Traum wirkt – im Hinblick auf das Jasminhaar – wie eine “Weiterentwicklung” des gestrigen Bildes.

Diese Bonsai-Haar-Frau erinnerte mich an ein Bild, das ich bereits vor längerer Zeit gestaltet habe. Deswegen nahm ich für die Nachbildung dieser Traumfrau auch einen ähnlichen Kopf als Grundlage zur Gestaltung. So richtig glücklich bin ich damit nun gar nicht, da die Frau im Traum ein recht hübsches Anlitz hatte, was ich nun gar nicht wiedergegeben habe. Sei es drum, für mich ist es vom Gefühl her dennoch stimmig.
Und es war jetzt ein Anlaß, die frühere Bildmontage im Traumjournal auszustellen.

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