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Traumdeutung auf Scheiternhaufen

Traum: Kaufhaus – in dieser Abteilung bin ich heute zum ersten Mal. In der Büro- und Bücherabteilung wählte ich einige Teile aus, die ich in den Händen trage. Moina läuft mir gerade davon; in Richtung Rolltreppe. Schnell hinter ihr her! Ich rufe aus, sie sei noch zu klein, um allein auf der Treppe hinabzufahren. Es geht so schnell und ehe die anderen Leute begriffen haben und reagieren können, betritt Moina die Treppe. Noch befindet sie sich oben, wo die Stufen plan aneinander, und ineinander verschränkt, daliegen. Moina verliert das Gleichgewicht, sie stürzt und landet mit dem Kopf im Bereich der Lücke zwischen Stufen und Handlauf. Ich befürchte, ihre Haare verfangen sich im Räderwerk, was schlimme Verletzungen zur Folge haben könnte. Als ich sie hochnehme, stelle ich erleichtert fest, dass sie sich nirgendwo verfangen hat.

Da ich in der Nähe bin, will ich die Bekleidungsabteilung aufsuchen, die in dieser Form einmalig und nur an diesem Ort vorzufinden ist. Gute Qualität zum günstigen Preis, eine ansprechende und gut sortierte Auswahl. Ich freue mich auf diese Möglichkeit. Doch als ich den Eingangsbereich erreiche, sehe ich, dass hier renoviert wird. Der gesamte Raum ist bis in die Grundsubstanz davon betroffen: Der nackte Boden ist aufgerissen, die Wände zeigen sich kahl – von der vorherigen Abteilung ist keine Spur mehr zu sehen. So gehe ich nach rechts in die nächste Abteilung. Dort kann ich dann auch alles bezahlen, was ich bis jetzt ausgewählt habe.

Die Abteilung ist die Küche während meiner ersten Ehe. Es ist ruhig – niemand hält sich hier auf. Ich lege die Papierwaren auf den Küchentisch – dies ist der Kassentisch. Mit einer unauffälligen Bewegung lege ich das Buch der Traumdeutung auf dem braun emaillierten Herd ab – ziemlich hinten im Bereich der Lüftungsschlitze. Auf den Herdplatten liegt bereits ein Haufen Papierkram, den ich mit der Zeit ablegte. Das Buch dürfte dazwischen kaum auffallen. Da die anderen Sachen bereits teuer genug kommen, möchte ich das Buch am liebsten nicht bezahlen. Mein Vorhaben hinterlässt nur ein sehr schwaches schlechtes Gewissen.

Nachdem ich eine Weile am Kassentisch wartete und immer noch keine Kassiererin kam, entschließe ich mich, den Kauf der Teile aufzugeben. Da ich Zeit zum Nachdenken hatte, wird mir klar, dass ich die Dinge gar nicht wirklich brauche. Ich lockere und öffne die Hände, lasse die Sachen nachdenklich auf den Tisch gleiten, um sie hier zurückzulassen. Ich gehe mit einem Gefühl des Bedauerns – ein Abschied.

Rand-Notizen:
Beim Notieren des Traumes lagerte sich kurz der Titel „Buch der Scheidung“ über „Buch der Traumdeutung“.
Eine spontane Assoziation hinsichtlich des Papier-Stapels auf dem Herd: Scheiternhaufen

… Anmerkung: fehlt jetzt nur noch das Feuer zum Verbrennen.

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