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Traumdeutung am Hörenberg

Traum: Eine weitläufige Wohngemeinschaft am Hörenberg. Ich stehe vor dem geöffneten Fenster im ersten Stock meiner Wohnung. Vor dem Haus stehen alte Bäume. Ein Baum streckt seine unbelaubten alten Äste weit bis ans Haus aus. Gerne würde ich meinen Kopf mal aus dem Fenster strecken. Nur so, wie es sich jetzt darstellt, wäre das nicht ungefährlich, da Gesicht oder Augen an den starren Enden der Äste verletzt werden könnten. Es ist unangenehm.

Nach und nach breche ich die überragenden Äste vom Stamm, um etwas mehr Freiraum zu schaffen. Erstaunlich, wie problemlos das möglich ist. Das Holz ist aschweiß bis staubgrau, ziemlich saftlos. Selbst die kräftigen Äste lassen sich mittels einiger Drehbewegungen vom Stamm zu brechen. Am Stamm bemerke ich dabei Holzaugen. Womöglich waren sie bereits da, vielleicht sind sie aber auch erst durch diese Aktion entstanden. Gezielt lasse ich alle Aststücke zu einem ordentlichen Haufen am Wegesrand hinabfallen. Als ich sehe, dass die Äste tatsächlich ordentlich gestapelt landen, überrascht und erleichtert mich das. So gibt es keinen Ärger mit den Nachbarn, die sich ansonsten beschweren würden, weil ich ihnen Äste in den Weg lege.

Es bedeutet eine Erleichterung, den Kopf nun aus dem Fenster strecken zu können. Ich schaue mich dann um. Blicke zu den Gaubenfenstern ganz oben auf meinem Dach hinauf. Dort wächst üppig hellgrüner Efeu, rankt um die Fenster herum. Das fühlt sich gut an. Einige Efeutriebe streben von der Hauswand fort. Vielleicht sollte ich ihnen eine bestimmte Richtung geben. Es würde sich anbieten. Nach einigem Überlegen erkenne ich, dass der natürliche Wuchs ziemlich optimal ausschaut – daran gibt es kaum etwas zu verbessern.

Meine Aufmerksamkeit richtet sich auf das Fundament, das einige Meter direkt vor dem Gebäude liegt. Hier kommt einmal (m)ein Haus drauf. Die Grundlage wurde vor längerer Zeit aus Gartenerde errichtet, die inzwischen abgelagert und von einem feinen Wurzelwerk durchzogen ist. Die Fläche wirkt stabil und elastisch zugleich. Ein Grünstreifen läuft rund um das Fundament, gehört zum Grundstück dazu. Er ist ziemlich schmal, reicht aber aus, um im Sommer einen Stuhl oder eine Gartenliege dorthin zu stellen. Solange dort noch niemand wohnt, kann ich mich dort noch ausbreiten. Wobei fraglich bleibt, ob überhaupt jemand Lust dazu hat, direkt vor den Fenstern der Nachbarn die Sonne zu genießen. Solange das Fundament nicht genutzt wird, kann ich mich darauf ausbreiten, so überlege ich.

Bald darauf stehe ich unten vor dem Haus, mit dem Rücken zum Fundament. Auf dem kleinen gepflasterten Platz neben dem Haus parkt ein Transporter mit offener Ladefläche. Zwei etwas ältere Männer sind im Begriff einzusteigen. Der Fahrer trägt eine Schiffermütze und wirkt gebildet – jedenfalls nicht wie ein typischer Jan Arbeitsmann.

Er hält inne, als er mich bemerkt. Ruft mir dann zu, er habe inzwischen 300(!) Träume aufgeschrieben. Ich freue mich über dieses gemeinsame Interesse und sage, dass ich inzwischen 3000 oder womöglich 4000 Träume aufgeschrieben habe. Dabei schrecke ich innerlich auf und überlege stumm, was ich da erzähle? Ich weiß gar nicht, ob es inzwischen schon 3000 sind – oder gar 4000. Das ist doch peinlich, dass ich meine Klappe so vorlaut aufreiße! Bei nächster Gelegenheit will ich schauen, wie viele es tatsächlich sind.

Der Mann möchte mir seinen letzten Traum erzählen. Wir betreten das Haus (real Treppenhaus mit Stauraum unter der Treppe). Der Raum ist halbdunkel, hat keine Fenster, aber eine weiterführende Innentür. Ein paar Kartons wurden hier vorübergehend abgestellt – offenbar ein Zwischenlager. Es ist ein ruhiges und schönes Gespräch über seinen Traum. Langsam taste ich mich heran, indem ich schrittweise nach Assoziationen zu den einzelnen Traumbildern frage, die der Mann bedächtig und nachspürend beantwortet. Ich gehe währenddessen an den Wänden entlang und meine Augen pflücken beiläufig Worte von den Wänden, die wie von einem Projektor dorthin gestrahlt werden und während des Gesprächs wechseln. Diese Worte inspirieren mich zu weiteren Fragen oder Anmerkungen, die ich einfühlend an den Mann weitergebe. Er wirkt sehr einfühlsam und sensibel, während er erzählt. Durch seine Erzählungen schält sich die Bedeutung des Traumes langsam heraus. Ich erlebe das als etwas Bereicherndes. Der Mann zeigt sich dabei als eine wertschätzende Persönlichkeit, die ihre Erfahrungen als bereichernd erlebt. Es berührt mich, wie gefühlvoll er sich jeweils auf eine Thematik einlassen mag und sich dafür öffnet.

Während des Gesprächs erfahre ich von einer Frau, die er kürzlich kennenlernte, und die er bemerkenswert attraktiv findet. Sie heißt Heiko – ob ich sie kenne, fragt er. Es sei eine burschikose Frau mit eher herber Aussprache. Genau diese Art liebt er so sehr an ihr. Ich überlege, habe dabei eine Heiko vor Augen. Das ist doch die Frau mit den kurzen blonden Haaren, die Ex eines Mitbewohners, wenn ich richtig weiß. Ich sah sie gerade vorhin noch hier mit anpacken. Sie trug kiesgraue Cargohosen, Sneakers und T-Shirt, wirkte sehr natürlich und lebendig. Ob der Mann davon weiß, dass sie hier ganz nahe ist? Vielleicht würde es ihn glücklich machen, wenn er von ihrem Wirken hier wüsste? Wir nähern uns weiter seinem Traum.

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