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Zerbrochene Holzfigur in Güterwaggon

Traum: Eine längere Eisenbahnfahrt in den Südstaaten. Rhythmisch schaukelnd rollen wir in einem offenen Güterwagen durch weites flaches Land. In dem ansonsten leeren Waggon sitzen ein Mann mit Schiffermütze, eine schlichte Frau und ein still-aufmerksames Kind auf Übersee-Holzkisten.

Holzfigur - AnhängerEs ruckelt, und mein Schlüsselanhänger fällt auf den rotbraunen glatten Boden. Im Gegensatz zum letzten Mal bemerke ich es! Im gleichen Augenblick bewegt sich der Fuß des Mannes, und tritt dabei auf den Anhänger. Er trägt derbe Lederboots mit einem kräftigen Profil, so spürt er davon nichts – es ist seiner Aufmerksamkeit entgangen. Ich äußere eine Vermutung, die gerade in mir hochkommt: „Genauso wird es beim letzten Male auch gewesen sein, als ich meinen Holzanhänger verlor!“ Der Mann und die Frau merken auf – er nimmt seinen Fuß beiseite.

Nun sehe ich, dass der Figur ein Teil der Hand – diese ist wie ein offener Ring geformt -abgebrochen ist. Tränen steigen auf und bleiben unangenehm in der Kehle stecken. Ich zeige zur Figur. Und entdecke, dass sogar der ganze rechte Arm abgefallen ist. Eine Kordel mit einem leicht konisch geformten Holzring am Ende, die in Halshöhe an der Figur befestigt ist, baumelt nun nutzlos herunter, denn dieser Ring wurde ursprünglich von der nun zerbrochenen Hand gehalten. Schmerz und Schluchzen ergreifen mich, kommen nur gepresst hervor, was es noch unangenehmer macht. Es fühlt sich so dramatisch an – übertrieben dramatisch, wenn ich überlege, worum es geht. Und gerade dieses Gefühl der übertriebenen Dramatik trägt noch dazu bei, dieselbe zu steigern. Aber es bedeutet mir offenbar sehr viel.

Wir wiederholen die Szene. Der Mann probiert es nun bewusst. Setzt den Fuß sehr vorsichtig, ohne Druck oder Schwere auf die Figur. Trotz aller Achtsamkeit führt diese Bewegung wieder zum gleichen Ergebnis. Die Frau schaut schweigend zu – interessiert, und leicht betreten. Als er den Fuß wieder anhebt, rieseln feuchte Sandkrumen aus dem Profil. „Es ist wirklich unglaublich, wie oft ich hier saubermachen muss!“, rufe ich mit etwas verzweifeltem Gefühl aus. Nicht als Vorwurf, denn es ist halt so. Sondern als Ausdruck dafür, dass es mir manchmal einfach zu viel und über ist, dies immer wieder zu tun.

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