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Möglichkeit zum Entrinnen

Traum: Ein Raum – ähnlich diesem. Ein paar andere und ich haben uns hier eingelassen und checken nun die Möglichkeiten ab. Da wir die Tür hinter uns geschlossen haben, richtet sich unser Blick nun auf den Weg hinaus. Wir stehen auf einer höher gelegenen Ebene, müssen mittels hochkant gestellter Matratzen nach unten rutschen, um dann aus dem Fenster steigen zu können. Wir suchen nämlich nach einer Möglichkeit, diesem Zimmer in einem unbeobachteten Moment zu entrinnen. Unser Aufenthaltsort scheint unangenehm hoch gelegen, auch wenn das – optisch betrachtet – unlogisch ist. In mir wuselt Beunruhigung… es ist unsicher, ob ich mit Moina auf dem Arm diesen Weg nehmen kann. Die anderen wirken ebenso unentschlossen und ihr Tun ist dementsprechend unkoordiniert. Ich will es wagen, nehme zwei Matratzen, stelle sie so stabil als möglich aufrecht, nehme Moina und lasse uns hinunterrutschen. Unten angekommen stelle ich fest, dass es gar nicht hoch war – alles kein Problem. Fast langweilig, dass es so easy geht.

Unten angekommen, sehe ich mich etwas um. Durch das Fenster vor mir kann ich in die Küche von Herr und Frau Läufer schauen. Der Raum ist mit Sonnenlicht durchflutet, freundlich und leicht. Der Blick ist bis zur Spüle frei! Zwei Spülen sind in der Küche. Nebenbei bemerkt: Meine Küche ist nahezu identisch mit dieser – wenn auch spiegelverkehrt (real nichts davon). Es ist etwas unangenehm, dass der Blick so frei in meine Küche geht. Ich werde einige Pflanzen als Sichtschutz vor den Raumöffnungen wachsen lassen. Die Offenheit der Küche und die zweifache Ausführung der Spüle haben einen hohen Wasserenergieverbrauch zur Folge. Das finde ich bedenklich, und überflüssig ist so etwas auch. Ich telefoniere mit dem Nachbarn, der erzählt, dass er zur Regulation eine elektronische Steckdose mit Schalter eingebaut habe. Damit kann er den Wasserverbrauch ganz gezielt beeinflussen, ein- oder ausschalten. Ein Knacken im Hintergrund am anderen Ende der Leitung bestätigt dann auch den Einsatz eines Thermostaten – offenbar wurde die nötige Wassermenge gerade erreicht, so dass ein weiterer Verbrauch auf diese Weise zwischenzeitlich ausgeschaltet wird. Das finde ich gut – diesem sinnvollen Beispiel möchte ich folgen.

Der Blick aus dem Fenster an der rechten Zimmerwand geht nicht sehr weit und geht in einen eher frischen und schattigen Bereich. Das Nachbarhaus liegt nahe dran – vielleicht eine Armlänge Zwischenraum. Frisches, von einem vergangenen Regen benetztes Frühlingsblattwerk rankt an den Fenstern entlang. Der Blick dadurch geht auf ein großes Monochrom-Fotoposter. Das Hochzeitsbild der Läuferin. Die blonden Haare hochgesteckt, ein hübsches zartes Gesicht mit zierlichem Kinn und feiner Wangenpartie. Ihre Augen… irgendwas ist mit ihren Augen. Vielleicht liegt es an den Pupillen, aber der Blick wirkt irgendwie… irgendwie so, als wolle er einen inneren Schmerz nicht durchblicken lassen. Ja, die Pupillen wollen diesen Schmerz verkneifen, haben sich etwas zusammengezogen. Rechts neben dem Bild befindet sich ein zweites Fenster zur Küche.

Ich denke, ich habe hier alles soweit gesehen, was von hier aus zu sehen ist, und gebe den anderen Zeichen, dass wir diesen Weg fortan problemlos nehmen können. Die Möbel stehen hier zweckmäßig, damit dieser Weg der Rutsche gegeben ist. Da nun klar ist, welches Material wir brauchen und wie es aufgebaut sein muss, könnten wir das Zimmer nun so hinräumen, dass es hier auch etwas wohnlich wird. Eine alte blaue Couch aus den 60er Jahren, mit Armlehnen aus dunklem Holz, steht quer in den Raum hinein. Direkt davor ein Regal oder Tresen, so dass die Couch nicht richtig genutzt werden kann. Das könnten wir ändern, so schlage ich vor – wir haben mehr Freiraum, als anfänglich vermutet.


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