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Nonchalante Haushaltsführung

6:10 Uhr
Traum: Einmal wöchentliche Tätigkeit als Haushälterin bei Amy. In einem zweistöckigen Haus mit vielen weiten Räumen. Beginn der Arbeit wie immer in den unteren Räumen. Im Arbeitszimmer ist ein Gast eingetroffen: ein alter weißhaariger Mann mit wacher Neugier, der vom Sehen her bekannt ist. Er schüttelt mit dem Kopf, wenn er das Leben hier so betrachtet. In seinen Augen ist mein Verhalten viel zu großzügig und nachlässig. Ein großer Teil meiner Habseligkeiten liegt ausgebreitet auf dem Boden herum. Und – so meint er kritisch – meinen früheren Mann habe ich damals immer in meine Tasche greifen lassen. Richtig, diese Großzügigkeit sollte meinem Sohn unnötigen Ärger zu ersparen.

Damit ist alles ausgesprochen, was der alte Mann für heute sagen wollte. Es hat ihn erschöpft und er macht sich auf den Weg ins Nebenzimmer, um dort auf der Chaiselongue zu ruhen. Beim Niederlegen entgeht seiner Wahrnehmung das kleine runde Holzteil auf der Liege – fast hätte er sich mit dem Kopf darauf gelegt, wenn ich nicht schnell zugegriffen und es entfernt hätte. Seine Augen sind nicht mehr die besten. Es gibt noch viel zu tun. Ob ich alles schaffen kann? Beim letzten Mal wurde wiederholt die Zeit zu knapp.

Draußen – Sommer, Sonne, strahlendblauer Himmel – machen einige Leute Mittagspause. Eine junge Mutter ist mit ihrer kleinen Tochter gekommen. Sie sagt, ihre Tochter habe sich mit Moina für den Nachmittag zum Spielen verabredet. Mir wäre etwas Ruhe nach Feierabend lieber gewesen, aber ich möchte niemanden enttäuschen. Die Arbeitszeit ist um ein Uhr beendet. Meinem Wunsch, die Tochter erst um vier Uhr (statt um drei) zu bringen, kommt die Mutter gerne nach. Schön, dass Moina an diesem Nachmittag jemanden zum Spielen hat – da wird sie sich freuen. Ich erzähle von der Sandkiste und dass ich ein Planschbecken mit Wasser aufstellen werde. Als die Mutter daraufhin besorgt aufmerkt, füge ich hinzu, dass es nur flach mit Wasser gefüllt werde, dann können die Kleinen unbesorgt im Wasser hin und her rutschen.

Die Tochter sitzt auf dem Gras, an einen jungen Mann gelehnt; sie wirkt sehr müde. Die Mutter legt das Kind bald schlafen, damit es zum Spielen wieder fit ist. Sie freut sich, dass sie heute nicht den langen Gang mit der Tochter machen muss, weil der wegen des Spielnachmittags ausfallen darf. Innerlich richte ich mich auf diese unerwartete Tagesgestaltung ein.

Zurück im Haus. Der weitläufige vordere Bereich ist mit vielen Glaswänden und Fenstern erstellt. Ein Teil des Daches ist ebenfalls aus Glas. Es ist von üppigem, regenfeuchtem Grün umgeben. Das Sonnenlicht bringt es geradezu zum Leuchten – es ist atemberaubend schön. Ich zücke meine Kamera um ein Bild davon zu machen. Schaue durch das Objektiv, sehe deutlich und in Großaufnahme ein golden leuchtendes Blatt, das an einem Punkt bereits braun wird, betrachte es und drücke ab… es dauert ungewöhnlich lange, bis das leise Klicken des Verschlusses zu hören ist. Zwischenzeitlich hatte sich mein kleiner Finger vor die Linse bewegt, da ich darauf nicht vorbereitet war. Die ungewöhnlich lange Belichtungszeit wurde automatisch ausgelöst. Womöglich wird es eine Aufnahme, in die sich mein Finger halb sichtbar hineinbewegt – aber das nur am Rande. Erfreulich und neu ist, dass meine Kamera auch Makroaufnahmen machen kann. Ich hoffe, nichts verwackelt zu haben. Es ist ein schöner, ein stiller Moment der Freude – hier. Carl HD kommt, was mich daran erinnert, meinen Pflichten weiter nachgehen zu müssen. Als er den Raum passiert, folge ich ihm bis in den nächsten Raum.

Mein Blick ist auf ein helles Frottee-Handtuch gerichtet, das ich bedachtsam zusammenlege. Gleichzeitig wendet sich meine Aufmerksamkeit Carl HD zu. Dieser hält sich außerhalb des Hauses auf – wir sind nun im ersten Stock. In seinen Händen ein entfalteter Bauplan. Mit den Augen checkt er daraufhin das Haus ab. Friedliche Stimmung. Amy kommt hinzu – freundlich und aufgeschlossen. Wir müssen uns weiter an die Arbeit machen. Sie hat bereits mit den Essensvorbereitungen begonnen und einen Teil der Speisen ausgepackt. Frau Breh kommt zu Besuch. Ein überraschender Besuch – sie war lange nicht mehr hier! Sie setzt sich an den Küchentisch. Ich gehe an den Kaminsims, vielleicht ist es auch eine Anrichte. Dort steht ein Unterteller mit Räucherfisch. Ich fasse das Filet, ziehe es von der festen Fischhaut – es löst sich überraschend leicht – und serviere es. Einige Scheiben Graubrot lege ich samt der Tüte auf den Tisch. Überlege aber, ob ich nicht besser die Folie entfernen werden sollte. Nur weil Amy die Verpackung vorhin drum ließ, muss ich das nicht auch so tun. Auf dem Tisch liegen einige unverpackte Scheiben Grahambrot – fast aufgetaut. Etwas unerwartet. Frau Brehs Blicke sind auf mich und mein Tun gerichtet – streng, kritisch, aber durchaus wohlwollend.

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