Home » Traumtagebuch » Erdloch und Quellwasser

Erdloch und Quellwasser

Traum: Mike und ich gelangen in ein hübsches altes Städtchen. Der Stadtrand zeigt sich größtenteils naturbelassen – idyllisches Grün, Sonnenschein und angenehme Temperaturen um die Mittagszeit.

Rechts des Weges ist ein trichterförmiges Erdloch gelegen; es ist gut ein Meter tief und mit Wasser gefüllt. Mit dem Sand vermengt erinnert es an Wasser und Heilerde. Im Erdloch baden ein elfjähriger Junge und seine zwölfjährigen Zwillingsbrüder. Die Zwillinge sind geistig behindert. Ihre Körper wirken schwächlich, vielleicht auch behindert. Die Haut wirkt schlaff und blass, die Muskeln zurückgebildet. Der gesunde Junge soll eigentlich gar nicht mit den kranken Jungs zusammen baden, da nicht sicher ist, ob die Mängel der Zwillinge mittels des Wassers auf den gesunden Jungen übertragen werden. Der gesunde Junge kann aber nicht anders, es zieht ihn immer wieder zu seinen Brüdern im Wasser hin. Sie sind eine Einheit, da doch alle der gleichen mütterlichen Quelle entsprungen. Das Sehnen nach dieser brüderlichen Nähe ist in ihm, so dass er der Anziehung der Zwillinge im Erdloch nicht widerstehen kann. Vielleicht gelänge es mit Unterstützung. Verbieten kann man es ihm nicht.

Ehe wir unseren Weg fortsetzen, möchte Mike etwas Wasser aus einer Quelle schöpfen, um etwas zum Trinken für Moina zu haben. Direkt vor uns auf dem Weg befindet sich ein zweieinhalb Meter hohes Gebilde aus luftig porösem Sandstein. Direkt vor meinen Augen befinden sich zwei runde Öffnungen, aus denen klares Quellwasser glucksend heraussprudelt. Mike hält Moinas Sandeimer unter das fließende Wasser der höher gelegenen Quelle. Der Gedanke, dass diese Quelle von dem Wasser im Erdloch gespeist wird, ist so nahe liegend, wie die Quelle und das Erdloch beieinander liegen.

Da der Wasserlauf im Gestein und unterirdisch liegt, ist leider nicht zu erkennen, woher das Wasser wirklich kommt. Ich äußere meine Zweifel an der Reinheit des Wassers – lassen wir es doch lieber sein! Mike hält den Eimer daraufhin unter einen anderen, etwas niedriger gelegenen Wasserlauf und meint, dass wirklich nicht alle Wasser verunreinigt seien. Meine Ängstlichkeit sei mal wieder übertrieben. Vielleicht hat er Recht – das Wasser sprudelt so klar und frisch, dass ich dem fast vertrauen möchte.


Stichworte:

Tags: