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Weihnachtliche Inventur

Traum: In den weitläufigen, gastfreundlichen Räumen ist – zu später Stunde – Ruhe eingekehrt. Weihnachtszeit… Jahreswechsel. Die Angestellten – vor wenigen Jahren war ich noch ihre Kollegin – sind nun in einem entfernt liegenden, dabei dennoch an einer Ecke an den Gasträumen angrenzenden Zimmer zu einer Weihnachtsfeier zusammengekommen. Das ist an jedem Jahresende so. Überall in den Sälen die verlassenen Tische… die Decken verrutscht, benutztes Geschirr und Gläser… die Heiterkeit wich einer etwas verlorenen Ruhe.

Es ist ein Versehen – vielleicht in Gedankenverlorenheit – als ich die Tür zur Weihnachtsfeier öffne. Der Blick geht hinein, vor Müdigkeit und Verwirrung verschwimmt alles vor meinen Augen. Mir wird bewusst, dass ich nichts mehr darin verloren habe. Sofort schließe ich die Tür, ohne den Raum betreten und die ehemaligen Kollegen begrüßt zu haben. Dabei trete ich durch eine andere Tür aus genau diesem Raum hinaus in die stille Nacht. Eine Kollegin hat mich bemerkt, läuft mir nach und möchte mich zum Mitfeiern einladen. Aber ich habe mich – auch innerlich – bereits zu weit entfernt. Ich sehe sie in der Ferne winken, innehalten, kurz abwartend… Eine Rückkehr scheint mir völlig unpassend.

Einen großen halbrunden Bogen gehend, kehre ich in die verlassenen Säle zurück. Auf den Tischen und Stühlen liegen noch eine Menge Victoria und teils auch Berliner herum. Ich greife mir schnell zwei Victoria. Hoffe, dass dies niemand bemerkt. Zwar darf ich davon nehmen, da es übrig blieb, aber es wäre unangenehm, wenn jemand meine Gier bemerkte.

Am Rande des Saales steht das Bett, in das ich mich legen möchte. Dort angekommen, spüre ich mit einem Male eine bleierne Müdigkeit die den Blick verschleiert, und eine umfassende Erschöpfung, die zu einer angenehmen Gleichgültigkeit führt. Das Bett ist zerwühlt und offenkundig wurden die Laken einige Male durchgeschwitzt. Bea hatte drin geschlafen. Und eine andere Frau, eine Kranke, hat längere Zeit in diesem Bett gelegen. Vielleicht ist es nicht gut, wenn ich mich in diese Laken lege. Es wäre klüger, es frisch zu beziehen, aber ich bin müde, und es wird wohl okay sein.

Eine Kollegin erscheint und meint, ich könne ein wenig warten, denn die Weihnachtsfeier sei bald beendet und dann könne ich gerne bei der Inventur mitmachen. Kurz darauf stehe ich hinter einem winkelartig angeordneten Tresen. Dort wurden die ganzen Einnahmen ausgeschüttet, die nun zum Jahresende übrig blieben. Die Haufen sind sortiert nach Silber-, Messing- und Kupfermünzen. Zuerst zähle ich die Silberlinge. Den ersten Betrag von 1,20 Euro gebe ich nach links zur Endzählung hinüber, wo der Betrag notiert wird. Allerdings bin ich unsicher, ob es nicht doch nur 1 Euro war. Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass es letztlich nicht auf 40 Cent ankommen wird – vor allem dann nicht, solange diese im Plus-Bereich liegen. Dann zähle ich die Münzen aus Messing und letztlich die Kupferlinge.

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