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Traumfänger

6:00 Uhr
Traum:
Es ist bereits taghell. Über Mikes Schlafplatz weht der Traumfänger im Wind. Er ist über Nacht total verstaubt und viele Insektenflügel haben sich im Netz verfangen. Das Dreiecksfenster am Kopfende war über Nacht geöffnet. Vermutlich wurden die Insekten vom Licht angezogen. Kurz überlege ich, ob Mike dies in der morgendlichen Eile überhaupt bemerkt hat. Ich will es nachher reinigen, vor allem weil der Traumfänger nahe über seinem Gesicht hängt. Durch die Flügel und den Staub wurden Fäden sichtbar, die sich ansonsten dem Blick entziehen. Ich habe nichts von den Gästen der Nacht mitbekommen, die ihre Flügel im Netz zurückließen. Ein sonderbares Gefühl, zu erkennen, dass richtig was los gewesen sein muss, ohne es bemerkt zu haben.

Ich wache auf, höre die Haustür zufallen – Mike macht sich auf den Weg. Sieben Uhr – oje, da habe ich viel zu lange geschlafen! Eigentlich hatte ich viel früher aufstehen wollen, springe erschrocken aus dem Bett, sause die Treppe hinunter und öffne die Tür zum Bad. Was ist denn hier los? Die Waschmaschine rumpelt laut. Warum hat Mike sie so früh am Morgen eingeschaltet? Moina wird davon wach werden. Als ich ins Bad gehe, sehe ich das ganze Malheur: Auf dem Boden steht auslaufendes Wasser, darin liegen weiche Gummischläuche und allerhand Werkzeug. Kurz überlege ich, ob Mike die Maschine eingeschaltet hat, damit diese das Wasser abpumpt. Vielleicht gab es einen Rohrbruch?

So ein Lärm! Ein Radio auf der Waschmaschine dudelt laut. Vielleicht wurde es dadurch eingeschaltet, weil es mit dem Wasser in Kontakt kam. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Mike es so laut zurückgelassen hat. Die Tür zur Waschmaschinen-Trommel steht weit offen, das zerlegte Innenleben der Maschine liegt davor. Beide Drehschalter sind abgerissen. Der verbliebene Unterbau des linken Schalters lässt glücklicherweise noch Zahlen erkennen und sich drehen. Vielleicht kann ich die Waschmaschine doch noch nutzen. Der rechte Schalter mit den Buchstaben bereitet etwas mehr Sorge. Das Oberteil hängt halb dran; dieses hat drei lange Drähte, die passend in das Unterteil geschoben werden müssen, damit der Drehschalter nicht blockiert. Ich versuche nochmals das Radio auszuschalten. Aufgrund der eingedrungenen Feuchtigkeit springt es immer wieder von alleine an. Genervt suche ich nach dem Hauptschalter und finde ihn endlich. Im nächsten Augenblick beginnt ein zweites Radio zu spielen, das sich auch erst nach einigen Versuchen ausschalten lässt.

Langsam kehrt Ruhe ein und der Stress legt sich. Zurück bleibt ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht eher aufgewacht war und Mike mit dieser ganzen Sache allein gelassen hatte.

Rand-Notiz:
zu den Insektenflügeln: Das Wetter ist nach wie vor wundervoll, und das Schlafzimmer unter dem Dach entsprechend vorgewärmt… die Fenster lange offen: siehe Rand-Notiz von gestern>.

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