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Gesucht: Freude

Dumpfe Gedanken sind wie tiefer zäher Schlamm durch den man watet. Alles geht schwer und kostet Kraft, das Vorankommen ist keines. An diesem Punkt stecke ich jetzt fest – hier, genau in diesem Augenblick. Nicht einmal dies will sich in stimmige Worte kleiden lassen. Es fehlen die schlammigen, grünbraunen Worte in meinem Repertoire.

Vielleicht traue ich mich aber auch nur nicht, diese hier hinzukleckern. Angenommen die Nässe durchweicht einige der Seiten meiner Kladde? An anderer Stelle würde die Schrift verschwimmen, die Blätter würden sich womöglich wellen. Und nach dem Trocknen würden sie nicht mehr akkurat, platzsparend und aneinander gedrängt auf dem Haufen liegen.

Haufen ja, das ist das Stichwort: alles über den Haufen werfen! All das, was ich in den letzten Tagen hier liegenlassen habe. Es kommen Zweifel… Wäre es nicht doch klüger, alles sorgsam bei mir unter Verschluss zu halten? Das habe ich bisher ja auch so getan – und war mein Leben deshalb ärmer, trauriger, langweiliger oder wasweißich?

Nur ist genau das auch immer ein gutes Argument, es bei den alten Gewohnheiten zu belassen. “So schlecht war`s doch gar nicht”. Oder anders geblickt: Welche Vorteile sollte nun diese Variante haben?

Nö, egal. Ich geh jetzt im Schlamm wühlen. Denn irgendwo da drinnen ist meine Freude der letzten Tage versunken. Und die hole ich mir jetzt wieder!


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