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Dunkle Sonne

Traum vom 22. August 2009

Eine warme Sommernacht. Hinter dem Haus der Älteren. Im Garten. Vor dem Hintergrund des alten Holzschuppens ist eine Wäscheleine gespannt. Ich hänge helle, eher kleine Wäschestücke zum Trocknen auf. Die Wäscheklammern schmiegen sich regelrecht in die von der Wärme weich gewordene Ummantelung der Leine. Ein ganz nachgiebiges, angenehmes Gefühl entsteht dabei. Während ich meine helle Schlafshorts mit den schwarzen Knöpfchen aufhänge, dabei registriere, wie ungewöhnlich hell der Stoff in der dunklen Neumondnacht zu sehen ist – ohne dabei aufdringlich zu leuchten – frage ich mich, warum ich nicht öfter meine Wäsche hier zum Trocknen aufhänge. Im Sommer hänge ich sie meist bei mir in den Hof. Ein viel ungeschützterer und zugänglicherer Ort als dieser hier; vor allem bei Nacht. Vermutlich hat die Ältere dies noch nicht mitbekommen, denn ansonsten hätte sie mich bestimmt gefragt und dann wäre es mir ziemlich peinlich gewesen.

Als ich mit der Wäsche fertig bin, gehe ich zu einem der Biergartentische, die weiter rechts, jenseits der Leine, und damit mehr im Dunkel stehen. Dort sitzt ein freundlich dreinschauender Mann – etwas jünger als ich, ein stiller, eher zurückhaltender Typ – der mir vertraut ist, ohne dass ich ihn kenne. Er ist gerade damit beschäftigt, sich mittels einem olivbraunen Sonnenschirm, mit weißem Paspelband am Außenrand, vor der nächtlichen Sonne zu schützen, da sie diese Tage besonders starke Strahlkraft hat. Bis jetzt gelingt es ihm nicht, den Schirm aufzuspannen, denn das Metallgestell verheddert sich immer wieder mit den weißen Leinen einer Wäschespinne, die am gleichen Platz steht. Offenbar ist es Absicht, dass er den Schirm in einem Viertel der Wäschespinne platziert, so dass sich der Schirm oberhalb der gesponnenen Leinen entfalten kann. Ich vermute, er verspricht sich davon einen zusätzlichen Halt für den Schirm. Ich greife ein, möchte ihm helfen. Doch die Leinen und das Schirmgestell haben so ihre eigene Dynamik, da sie sich gegenseitig sperren und in ungewollte Richtungen drängen. So wird das noch nichts.

An ein Gelingen könnte ich mich nicht erinnern.

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