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Orangenhaut

Traum vom 14. Dezember 2009

Im Erdhügel ein gemeinsames Essen. Zwei lange Tische mit je einer Bank zu jeder Seite. Die dunkelhäutige Muslimin ist heute ganz in Schwarz gekleidet, An der Stirn schaut ein Stück weißer Stoff hervor, so dass ihr Anblick an eine Nonne erinnert. Sie hat ein wunderschönes Gesicht. Die mattsamtene Haut und dann das Leuchten ebenmäßiger kräftiger Zähne, als sie mir zulächelt. Sie sitzt ganz allein an dem großen Tisch. „Hey hallo!“ rufe ich ihr zu und mache deutliche Zeichen mit der Hand, sie möge sich doch an meine Seite setzen. Daraufhin rafft sie ihre Gewänder im Schoß zusammen und ist mit einem Sprung bei mir. Wir lachen dabei wie zwei kleine Mädchen. Gemeinsam ist es doch viel schöner!

Dieses Essen ist der Auftakt zu geplanten Besprechungen hinsichtlich der Entwicklung. Ich bin noch lange nicht an der Reihe. Dennoch hebe ich ein Bein, stelle den Fuß auf einem Hocker ab, und entferne schon mal die Orangenschale, die meinen linken Unterschenkel wie ein Gipsverband umgibt. Stück für Stück ziehe ich ab, spüre dabei das Reißen der gelblich weißen Fasern – wie bei einer Orange. Ja, ich weiß, ich bin etwas ungeduldig. Angebracht wäre wohl, auf eine Betreuerin zu warten, die sich der Angelegenheit sachverständig annehmen könnte. Die Angestellte schaut mich dann auch etwas fragend und streng über ihren Brillenrand hinweg an. Aber nun bin ich eh fertig. Eine angenehme Überraschung erwartet mich, als endlich alle weißen Schalenreste von der Haut gestrichen sind: das Bein ist völlig heil, die Haut hell und weich wie Pfirsichhaut. Eine fachkundige Betreuung ist gar nicht mehr notwendig.

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