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Zauberflöte – deepthroating

Traum vom 31. Dezember 2009 – [Juni]

I – Flüssiger Stickstoff
Den menschlichen Besiedlungen fern, in der Nähe eines Gehölzes ein Unterstand mit Getränkeausschank. Ein Mann um die Vierzig – sympathisch, freundlich, dunkelhaarig – kommt des Weges, sucht und findet dort einen Job. Bei nächster Gelegenheit erzählt er mir sehr glücklich davon, dass er den Job bekommen hat.

Doch nur wenige Stunden später ist er seinen Job schon wieder los, da er scheinbar zu langsam arbeitete. Mich wundert das kaum und ich freue mich sehr, dass er da wieder raus ist. Ich spüre das warme Aufleuchten in meinen Augen, als ich ihn anschaue und er mir erzählt. Sage: „Ich überlegte auch mal, mich für diese Arbeit zu bewerben. Unterließ es aber, da ich schnell erkannte, dass die Arbeitgeber schlimme Ausbeuter sind, denen es nie schnell und gut genug geht.“ Ich bin so froh, dass er nicht lange darunter leiden muss. So setzen wir unseren Weg gemeinsam fort.

Ich betrete ein angrenzendes Gebäude – ähnlich einem Hangar – und schaue nach, ob es Arbeit gibt. Tatsächlich entdecke ich gleich, dass im Bereich der Kochplatte, auf der immer mit flüssigem Stickstoff gekocht wird, Wasserlachen stehen. Mit Küchenkrepp sauge ich die Flüssigkeit auf und stelle fest, dass es nasser als erwartet ist. Mir fällt bald ein, hier gar nicht angestellt zu sein – also weder bin ich zuständig noch befugt, das zu tun; lasse davon ab und gehe wieder hinaus.

II – Luftschwimmen im Survival-Camp
Während ich einen längeren Weg am Waldrand zurückliege, verlieren sich zurückliegende Ereignisse und auch die Begegnung mit dem dunkelhaarigen Mann. So erreiche ich allein den nächsten Bereich. Ein lang ausgestrecktes Gebiet, wo ein Survival-Camp sein Lager aufgeschlagen hat. Vor mir eine grasbewachsene Böschung, direkt davor und tiefer liegend ein langer Graben, der in einen etwas breiteren Graben mündet. Diese sind mit Wasser aus Luft gefüllt.

Ich stürze mich hinein – mit Badekappe und Schwimmbrille, mit weit schnappendem Mund atmend. Es sind kraftvolle Schwimmzüge, bin aber doch unsicher, da Luftwasser nicht den vom Wasser gewohnten Widerstand bietet, der mir spürbare Grenze und somit Halt böte. Ob meine Schwimmtechnik richtig ist? Da höre ich die lobende Stimme der Schwimmlehrerin, die zum Camp gehört: „Sie sind ja kräftig! Suuuper!“ Und nach einigen weiteren Zügen: „Ganz tolle Technik!“ Fast habe ich die Passage erreicht, wo ein glattes Kräuselband eine Art Ziellinie bildet. Ich tauche ab, zu früh wieder auf und bleibe mit dem Kopf am Kräuselband hängen. Tauche erneut, um dann endlich hindurch zu sein. Die Schwimmlehrerin beobachtete mich die ganze Zeit und sagt bedeutungsvoll: „Ich würde gerne mit Ihnen Paarschwimmen machen!“ Ich zögere… ihre Anerkennung, der Wunsch nach gemeinsamen Schwimmen… vielleicht hat sie nicht viel Ahnung vom Schwimmen und beurteilt meine Leistung deswegen zu gut? Wie viel ist ihre Meinung wert? Doch da werden Stimmen anderer Teilnehmer laut, die tuschelnd die Köpfe zusammenstecken, in meine Richtung zeigen und flüstern: „Habt ihr das mitbekommen? Die Lehrerin will mit ihr Paarschwimmen!“ Dann zeigen sie auf ein Bild, das an der Wand hängt – ein Diplom mit Foto der Schwimmlehrerin. Sie ist offenbar eine Koryphäe unter den Schwimmern. Mmh, vielleicht darf ich ihre Worte ja doch als Anerkennung nehmen und es so sehen, dass sie mich auf eine Stärke hinweisen möchte?

III – Erbrechen kreativen Materials in Zwergenschule
Bald darauf breche ich zur nächsten Station am Waldrand auf. Ich will sehen, was ich tun kann. Erreiche eine kleine Grundschule. In der winzigen Aula vor den Klassenzimmern sitzen die kleinen Schüler. Etwa fünfzehn Dreijährige, die von drei Betreuerinnen angeleitet werden. Sie Basteln und Malen. Da ist ein besonders kleines Kind – vielleicht mein Kind – es springt mit einem Male vom Stuhl auf und erbricht kreatives Material. Ach, ich bin weder Lehrerin noch Schulkind – vielleicht bin ich hier noch am falschen Ort…

IV – Die hundert Fragen der Zauberflöte
So mache ich mich weiter auf den Weg. Gedankenversunken. Vor sonnengelbem Blickfeld sinken hundert Fragen auf mich hernieder – in schneller Abfolge, wie farbige Kugeln (Türkis, Orange, Gelb, Türkis) regnend, die ich vor dem Versinken im Grund beantworten sollte, da sie sich so bald nicht wieder stellen werden. Die Fragen folgen dem Rhythmus der Zauberflöte. So schnell also, dass mir weder Zeit bleibt, die Antworten zu durchdenken, noch die Fragen zu hinterfragen. Ich antworte spontan ohne nachzudenken. Und das ist bei dieser Geschwindigkeit schon eine echte Herausforderung.

V – Im Salon von „Dr. Freud“
Die Zauberflöte ist zu Ende und offenbar habe ich alle hundert Fragen beachten können, denn nun tritt mein Weggefährte vom Traumbeginn erneut auf mich zu. Als ich ihn wiedererkenne, verändert sich sein Aussehen; aus dem dunkelhaarigen Mann schält sich mein blonder Sportarzt „Dr. Freud“ heraus. Mit dieser äußeren Veränderung vergesse ich, dass dies von Anfang an mein Weggefährte war. „Dr. Freud“ bittet mich in seinen Salon, bietet mir Haare waschen, pflegen und schneiden an. Sein Angebot ist so freundlich, er so zuvorkommend und herzlich, dass ich sehr gerne annehme und mich schon richtig darauf freue. Der Salon ist menschenleer, die Beleuchtung ausgeschaltet, etwas trübes Tageslicht. Aber egal, „Dr. Freud“ fordert mich gleich auf, vor einem der Waschbecken Platz zu nehmen, dessen Rand er bereits mit einem zusammengerollten Frotteetuch gepolstert hat, damit ich bequem den Kopf in den Nacken legen kann. Ich setze mich, in freudiger Erwartung einer anregenden Kopfwäsche mit warmen Wasser und wohliger Massage. Ich lege den Kopf nach hinten, schließe entspannt die Augen…

VI – Deep Throat?
Ich schlage die Augen auf. Oh Scheiße! Alles dunkel! Niemand da! Ganz klar, es ist längst Feierabend im Salon. Schlagartig wird mir klar, dass ich vorhin sofort eingeschlafen war und inzwischen zwei oder drei Stunden vergangen sein dürften. Man hat mich hier einfach vergessen! Oh nee! Mein Mund ist weit offen, das Kinn hängt entspannt herab, was mir unangenehm bewusst wird, als ich eine Bewegung wahrnehme und meinen Sportarzt „Dr. Freud“ entdecke, der wohl die ganze Zeit bei mir im Salon geblieben war und ganz leise aufgeräumt hat. Jetzt schaut er jedenfalls freundlich lächelnd zu mir her. Eigentlich gibt es keinen Grund, mich für meinen weit offenen Mund zu schämen. Offener Mund…!!! Deep Throat! Schlagartig wird mir diese Möglichkeit bewusst… Er wird ja wohl nicht… – mit schreckgeweiteten Augen springe ich vom Stuhl – meine bewusstlose Phase ausgenutzt haben??
Im nächsten Augenblick steht er nackt vor mir. Sein Lendenbereich erfüllt mein ganzes Blickfeld. Dass er feingliedrig ist, ließ sich auch immer trotz der Hülle seiner Kleidung erahnen. Jedoch bin ich höchst überrascht davon, von welcher Härte seine Muskeln sind – sehr schlank und wie gemeißelt sein Leib. Ich verteile zarte Küsse um sein Genital herum, atme dabei seinen wunderbaren männlichen Duft ein, seine in goldwarmes Licht getauchte Haut ist wie ein Dahinschmelzen. Er atmet schwer, seufzt, keucht…Es gibt eine stillschweigende Übereinkunft: kein Sex – weder vaginal, noch anal, noch oral. Daran halte ich mich, atme genussvoll seinen Duft, schmecke seine warme Haut mit geschlossenen Augen.

Traumpfad:
Was riecht denn hier so gut?

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