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Gaben des Himmels

Traum vom 7. Januar 2010

Weites Land. Unter freiem Himmel, wolkenlos. Der Wind dreht? Der Wind weht mit einer solchen Macht und Kraft, einer solchen Geschwindigkeit, dass die Drehung der Erdkugel stark beschleunigt wird. So schnell wie es geschieht, kann ich das kaum begreifen. Stehe nur staunend da, schaue mit offenem Mund hinauf zum Himmel. Es kann doch nicht sein? Bringt es die ganze Himmelsmechanik nicht durcheinander? Droht nicht Gefahr, dass alles aus den Fugen gerät? Dann spüre ich meine Schultern entspannt fallen, Ruhe und Neugier. Erst jetzt gelingt ein klarer Blick, der nicht vom Flirren der Angst verengt und zerfasert wird – traue mich erst jetzt, den Blick zu weiten, alles zu erfassen. Atemberaubend das Naturschauspiel. Der Himmel saust unglaublich schnell vorüber – nur an kleinen Schleierwolkengespinsten zu erkennen, die dann und wann erscheinen. Oh, es ist wie Karussell fahren – die ganze Welt dreht sich um mich, dem Zentrum meiner Lebensuhr. Mein Schatten, vor mir, hinter mir, zu allen Seiten, wie ein Zeiger um mich herum. Dann sehe ich mich – in der Mitte der Weite stehend, ein Schatten, still und langsam im Zentrum um die eigene Achse drehend, und die Welt kreiselt in Stop-Motion in wenigen Sekunden wie ein Tageslauf.

Fließender Übergang zurück in meinen Körper. Rechts oben am Himmel… eine Bewegung, Schemen. Ein Vogelschwarm, ein kleines Geschwader? Leichtes Gefühl der Bedrohung. Plötzlich ändert es fast unmerklich seine Richtung, treibt wie von himmlischer Kraft gewiesen auf zwei alte Bäume zu. Was es wirklich ist, erkenne ich erst, als die Luftballons – rote und blaue – im Geäst der kugeligen Baumwipfel zerbrechen und die daran aufgehängten Gaben zu Boden regnen; direkt vor meine Füße. Ich bin baff, auch peinlich berührt, wird mir doch schlagartig klar, dass sich diese Gaben sicherlich gut auf alle Menschen verteilen sollten. Und nun habe ich so viele abbekommen. Ich gehe in die Hocke, berühre die Präsente, die liebevoll beschrifteten Kärtchen – auf einem steht ‘Omi’ – und spüre unangenehm meine Gier ausbrechen. Ich will es einsammeln – alles!

Die ganze Szenerie hat sich an einen anderen Ort verlagert – vor den Ausgangsbereich eines „little Discounter“. Ich denke: Oje, sicherlich wird sich jeder etwas nehmen und dann bleibt mir nicht mehr viel. Aber es ist anders. Einige kommen darauf zu und sagen dann: „Schaut her, sie hat etwas fallen lassen. Helfen wir ihr, es aufzuheben.“ So ist es.

Dann trage ich alles in ein Haus, zu dem überwiegend Frauen Zutritt haben, die wissen was sie wollen und ihr Leben in die Hand genommen haben. Dort lege ich alles Eingesammelte auf einen runden Tisch in der Diele. Wenn alle beisammen sind, ihre Jacken abgelegt haben, werden wir schauen, wer was möchte und für eine möglichst gerechte Verteilung sorgen. Manchen entdecken aber schon etwas im Vorbeigehen, betrachten es oder probieren es aus. Eine Frau nahm diese Marienkäfer-Figur, zog sie auf und stellte sie dann auf den Tisch, wo diese nun auf den Hinterbeinen stehend ein Lied trällert und mit den Beinchen rudert. Zu groß, zu alt der Marienkäfer, um so noch niedlich auszusehen. Dazu steht er auf einer armeegrünen Kautschukplatte mit eckigen Saugnäpfen an den Ecken, mittels derer es Halt auf der Unterlage finden soll. Die Haftung funktioniert nicht, macht aber nichts, da die Funktionen nicht beeinträchtigt sind. Na, mal sehen, was es noch alles zu entdecken gibt. Ein bisschen Sorge habe ich ja schon, dass mir das Beste vor der Nase weggenommen werden könnte… Eine Frau fischte gerade ein Kleidungsstück vom Gabentisch… in meinen Augen etwas matronenhaft, aber doch edel und geschmackvoll. Gemeinsam überlegen wir, ob das tragbar ist oder ob wir es weggeben sollten.

Der Traum erzählte noch sehr viel mehr, aber es ging an diesem unruhigen Morgen verloren.

Om muni muni mahamuni sakyamuniye svaha

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