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Synchronizität

Traum vom 26. November 2008

Inzwischen habe ich einen neuen Newsletter herausgegeben. Als Thema wählte ich dieses Mal das von mir entworfene Deck mit Traumkarten. Es gibt bereits einige Interessenten, die eine Karte aus dem Stapel gezogen haben und nun gerne eine Deutung zu ihrer Karte hätten. So stelle ich in diesem Newsletter die bis dato gezogenen Karten in Bild und Wort vor, was auf unerwartet positive Resonanz stößt.

Ein alleinstehendes Haus in weitem ländlichen Gebiet. Etwa fünfzig Meter davon entfernt telefoniere ich mit Carl, der ebenfalls eine Traumkarte gezogen hat und von mir Näheres darüber erfahren möchte. Es ist die Karte „Synchronizität“. Ich leite die Erklärungen mit dem Hinweis ein, dass es sich um eine Karte aus dem Haindl-Tarot handele und widme mich den Details der Karte. Carl hört interessiert zu und stellt kluge Fragen, auf die zu antworten richtig Spaß macht. Im Gespräch versunken, gehe ich ein wenig umher.

Da fragt er: „Wie kommen Sie darauf, dass es eine Karte aus dem Haindl-Tarot ist?“ Nanu? Etwas Unbenennbares irritiert mich… vielleicht die unpassende Frage oder das Siezen? Dann sagt Carl etwas, das sich ganz harmonisch in den vorherigen Geprächsablauf einfügt. Ich frage: „Welche Karte haben Sie denn gezogen?“ Eine amüsierte Stimme antwortet: „Wo bleiben Sie?“ Erst jetzt bemerke ich, dass ich zwei Telefonhörer in den Händen halte – die Verbindung zu Carl am linken Ohr, und die Verbindung zum Zahnarzt(!) am rechten Ohr. Im Kopf kam es mir wie ein Gespräch vor! Die Freude des Zahnarztes darüber, dass er mich erfolgreich necken konnte, ist direkt wahrnehmbar. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich einen Termin beim Zahnarzt habe; weshalb ich schließlich hier vor dem Haus wartete. Finde ich ja total nett, dass der Zahnarzt so privat Kontakt mit mir aufnimmt, um mich an die Untersuchung zu erinnern: dazu noch auf so lustige Weise. Ich beende das Gespräch mit Carl.

Und begebe mich umgehend in das Haus des Zahnarztes. Im Wartezimmer, zwischen den Patienten und freien Plätzen ein Toilettenbecken. Na, wie praktisch, ich muss nämlich gerade dringend. Mit hörbarem Druck rauscht es laut hörbar ins Becken. Na, das will ja gar nicht aufhören! Ganz langsam dämmert mir, dass ich damit die Aufmerksamkeit der Patienten auf mich ziehe. Eine Frau – auf den Plätzen links – ruft dann auch ihrem Bekannten – auf den Plätzen rechts – zu: „Na, das hat sich doch gelohnt ein Klo einzubauen!“ Es gibt ein heiteres Gelächter unter den Wartenden, in das ich verhalten einstimme. Mmh, die Erleichterung tut gut. Erleichterung…? Meine Blase ist ja immer noch unter Druck?! Ach ja, ich bin ja noch im Traum und will gleich nach dem Aufwachen noch mal in echt die Toilette aufsuchen. Im nächsten Augenblick habe ich letzten Gedanken schon wieder vergessen.

Da ich diese Minuten auf der Toilette verbrachte, hat der Zahnarzt bereits einen jungen Mann vorgezogen. Ist ja auch richtig so – Leerlaufzeiten dürfen nicht sein, wenn so ein Andrang herrscht. Okay, dann gehe ich noch wieder raus nach draußen – dort wartet es sich schöner als drinnen.

Durch den Aufenthalt vor dem Haus verpasse ich den Moment, da der Zahnarzt mich erneut zur Behandlung aufrief. Da ich nicht dort war, nutzt der Zahnarzt die Zeit für eine Runde mit seinem Cabrio. Er und seine Frau brausen los, sausen schwungvoll um eine Kurve. Hals- oder Haarbänder flattern im Fahrtwind hinterher. Sie lachen ausgelassen, werfen den Kopf in den Nacken – supertolle Laune haben die. Kein Wunder, er gestaltet sich das Leben vergnüglich. Neckt seine Patienten, als kenne er sie bereits ewig und steckt sie mit seiner Unbekümmertheit und Lebensfreude an. Dennoch, oder gerade deswegen gibt es ein paar wenige Menschen, die ihn ablehnen. Diese finden seine stetig gute Laune und herzliche Offenheit einfach nur ärgerlich. Diesen Menschen, die ihm Ablehnung entgegen bringen, verhält auch er sich ablehnend gegenüber. Er zeigt keinerlei Interesse daran, erneut mit ihnen Kontakt aufzunehmen oder sie als Patienten zu behandeln. Einerseits gut, auf der anderen Seite ziemlich engstirnig… Außerdem… wie schnell könnte seine Ablehnung mich treffen, falls ich mal nicht gutgelaunt auf ihn reagiere oder womöglich mal einen Scherz zu spät begreife?

Nach einigen Minuten saust das Cabrio von links wieder ins Geschehen hinein. Der Zahnarzt und seine Frau sitzen immer noch lachend vor Glück im Auto. Ganz klar zu erkennen, dass sie noch eine weitere Runde drehen werden. Gute Idee, drehe auch ich eine Runde. Ich mache mich zu Fuß auf den Fahrweg. Bald ist Mike an meiner rechten Seite und wir befinden uns auf dem Weg den Weyerberg hinauf. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus, mag vor Ehrfurcht nur noch flüstern… Der ganze Bereich wurde abgerissen und wird nun neu errichtet! Höhlenartige Gänge, von goldgelbem Schein erhellt. Aus den Sandsäulen wurden Tempelfiguren der Maya herausgeschält. Viele von ihnen stützen den runden gewundenen Gang. Dies alles ist von unbeschreiblicher Schönheit – etwas ganz Besonderes. Was für ein Geschenk, dies sehen zu dürfen! Vor allem wenn man bedenkt, dass wir nun immer diesen wundervollen Weg gehen werden, sobald wir auf den Weyerberg wollen, was ja gar nicht so selten der Fall ist! So etwas Schönes. Nebenbei bemerkt: der Zahnarzt und seine Frau fahren im Cabrio durch die Höhlengänge – ganz glücklich und leise, wie von etwas Unsichtbarem getragen.

Nach einiger Zeit kommen wir oben an. Da fällt mir auch wieder der Zahnarzttermin ein. Das ist okay, denn unsere Wohnung wurde an diesen Ort hier oben verlegt. Ganz neu ist das, und ein paar Sachen liegen noch vor der Haustür. Das muss ich beiseite räumen, damit der Weg begehbar bleibt – sonst droht ein Absturz. Ich versichere Mike, mich bei nächster Gelegenheit darum zu kümmern. Wir betreten das/unser Haus.

Im Innern treffe ich auf das Zahnarzt-Ehepaar. Die beiden stehen in der blitzblank aufgeräumten Küche. Sie machen sich gerade für eine Abendveranstaltung fertig. Er trägt einen schwarzen Smoking und sie ein nachtblaues langes Kleid mit Sternenfunkeln. Beide sehen attraktiv und sehr gepflegt aus. Sie stehen direkt vor dem Fenster. Als ich mich zu ihnen stelle, warnt mich der Zahnarzt: „Vorsicht, passen Sie auf, dass Sie die Tiere nicht aufregen!“ Am Boden, direkt unter dem Fenster, steht ein Käfig mit drei Tieren. Im ersten Augenblick halte ich es für Meerschweinchen, was beim näheren Hinsehen nicht stimmt. Eines der Tiere ist ein kleinerer Hund mit schwarzgelocktem Fell. Okay, ich passe natürlich auf!

Plötzlich verstehe ich genau, was er meint. Mit einem kumpelhaften Schlag auf seine Schulter rufe ich aus: „Na klar, wer hat schon Lust, ständig Aufregung im Rücken zu spüren!“ Dazu springe ich hinter seinen Rücken, hüpfe albern herum und lache. Lachend sagt er: „Genau!“ Wie von seinem Lachen angetrieben, hüpfe ich mal hinter ihm, mal hinter seiner Frau herum und sage: „Niemand hat Lust dazu, dass ständig Aufregung hinter seinem Rücken ist. Niemand!“ Als ich dem Zahnarzt wieder vor Übermut auf die Schulter klopfe, rieseln weiße Schuppen aus seinem Haar, die auf dem schwarzen Anzug helle Häufchen bilden. Grund genug, nochmals auf die Schulter zu schlagen, um die Schuppen fortzufegen. Er schlägt vor Vergnügen auf meine Schulter. Jedes Mal rieselt erneut eine Handvoll Schuppen auf seinen Anzug. Jeder Versuch, diese abzuklopfen befördert weitere Schuppen zutage. Ähnlich ergeht es seiner Frau. Das ist ja ein lustiger Effekt… ich lache und lache, höre gar nicht mehr auf.

Szenenwechsel: In einem Sonderpostenmarkt bei Worpswede. Die Beleuchtung ist gedimmt, entweder ist bald Feierabend oder offizielle Ladenöffnungzeit. Einige Schritte von der Kasse entfernt, kommt mit einem Mal eine alte Bekannte, die hellsichtige Mythostrainerin, auf mich zu. Sie nimmt mich an den Schultern, lehnt sich leicht zurück und wirft prüfende Blicke in mein Gesicht. „Hey“ sagt sie mit ihrer dunkel perlenden Samtstimme, „das ist ja schön!“ Und nach einer kurzen Pause, während der sie mein Gesicht betrachtet: „Na, weißt Du nun, was unser gemeinsamer Geburtstag bedeutet?!“ Äh… gemeinsamer Geburtstag?? Hm? Ach soo… ja… stimmt, wir hatten ja mal herausgefunden, dass wir am gleichen Tag Geburtstag haben. Offenbar spielt sie auf eine Gemeinsamkeit an, die im gemeinsamen Geburtstag symbolischen Ausdruck findet. Die ganze Zeit frage ich mich – ablenkender Gedanke – ob sie mich fragen wird, wie es mir geht. Ich weiß jetzt schon, dass sie nicht fragen wird, weil es hier und jetzt nicht von Interesse ist.

Notiz:
Gestern zog ich die Karte „Synchronizität“, auf der unter anderem ein Telefonhörer abgebildet ist. Auf der dazu gehörenden Beschreibungskarte steht zu Telefon:
WAHRHEIT, EINGRIFF, DAZWISCHEN
Es klingelt, damit der Anruf entgegen genommen wird.
Die Wahrheit ist das, war wir lieber nicht hören möchten.
Handle nach der Wahrheit und werde frei.

Das zentrale Bild der Karte wird so beschrieben:
Synchronizität ist das Zusammentreffen innerer und äußerer Ereignisse in einem gemeinsamen Mittelpunkt, um unserem Leben Sinn und Ziel zu verleihen.

In jedermanns Leben existiert eine Kraft der Ganzheit, die seine Bestimmung lenkt, selbst wenn er selbst sich ihr widersetzt. So haben wir außerordentliche Glücksfälle, Mißgeschicke und die Zufallsbegegnungen und Entscheidungen, die sich als entscheidend für unser Leben herausstellen. Doch all diese Magie ist keinen Heiler wert, wenn wir sie nicht mit Bewusstsein, Engagement und freier Wahl erfüllen.
Deine Aufgabe besteht darin, zum Erreichen deines Lebenszieles besondere Verbindungen zu suchen und zu erden.

Der goldgelbe Durchgang im Mittelpunkt der Karte lässt an die goldlichte Höhle im Traum denken.

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Eine Antwort zu Synchronizität

  1. Als Zahnarzt kann ich alles voll und ganz nachvollziehen. Sehr interessant!