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Zentrum für Bewusstseinsbildung und Design Human

Traum vom 4. August 2008

Der Einkochautomat für die frisch geernteten Holunderbeeren ist organisiert und es kann losgehen. Nur bin ich noch unentschlossen, ob ich Saft oder Gelee aus den Beeren bereiten soll.
Szenenwechsel. Wie ich so völlig versunken in meiner Wohnung herumkruschpele, vergesse ich Zeit, Raum und mich. Es müssen Stunden vergangen sein, als ich von meiner Traumarbeit aufschaue und mich mit einem Male veranlasst sehe, aus dem Haus zu treten. Der Wohnraum hat einige hohe Fenster und eine Glastür, durch die ich hinausgehe. Eigentlich gehe ich eher hinauf, denn meine Wohnung samt Terrasse liegt zu sieben Neuntel im Erdboden versunken. Wie ich so zurückblicke – es ist mondenscheindunkel –, kann ich nur noch das obere Teil der hohen Fenster sehen, die Terrasse davor ist deshalb zu erahnen, weil ich um sie weiß. Allerdings fällt mir ganz anderes ins Auge: Wenige Schritte von meiner Terrasse entfernt, wurde ganz frisch ein flacher Sockel errichtet. Eine Art Maya Stele steht gleich daneben. Eine eindrucksvolle Männergestalt von weit mehr als drei Metern Höhe, aus Sand gemeißelt. Ausgeprägt seine Ohren und seine Lippen. Seinem umfangreichen Kopf entstrebt eine markante Feder.
'Stele aus Sand' von Traumzeit Wie ich so an ihm hochschaue, verspüre ich Ehrfurcht… Diese Stele wird im nächsten Arbeitsgang seinen Platz auf dem Sockel einnehmen. Kurz bekomme ich ein unwohles Gefühl… Dieser Sandmann könnte womöglich seinen Schatten genau auf meine Terrasse werfen, mir unter Umständen sogar einen Teil der Sicht nehmen… Aber wenn ich mich zurückbesinne, dann erinnere ich, dass ich diese Stele von unten noch nicht einmal sehen konnte. Es kann also gar nicht so dramatisch werden. Nur kann ich mir da nicht sicher sein, und das fühlt sich nicht so gut an.

Entspannter sehe ich da schon die beiden Statuen, die mehr am Rande stehen und schon deshalb weniger stören dürften. Genauer gesagt, handelt es sich bei den Statuen – die Max und Moritz von Wilhelm Busch nachempfunden wurden – eher um eine Zwiegestalt, denn Max und Moritz sind wie aus einem Sandguss gemeißelt. Auch diese mehr als drei Meter groß.

Erst jetzt, mit etwas Abstand, erfasse ich das Gebäude im Hintergrund, in dem sich ja auch meine unterirdische Wohnung befindet. Hey, das ist ja… das habe ich gar nicht gewusst! Hier haben ja umfassende Baumaßnahmen stattgefunden! Ich dachte, es wäre einfach nur ein kleines Haus, aber es wurde weit ausgebaut. Futuristische Architektur mit einer einzelnen visierähnlichen Dachkonstruktion, die an das Sydney Opera House erinnert, wenngleich dieses Dach hier nicht so spitz nach oben verläuft, sondern einen sanften, eher flachen Bogen macht. Toll, darin lebe ich also. Witzig, dass ich das alles gar nicht bemerkt hatte. Die Pläne des Projektleiters nehmen gedankenfüllenden Raum: „Hier entsteht ein Zentrum für Bewusstseinsbildung und Design Human.“
Toll, das hört sich echt interessant an! Ich verspüre eine gewisse unterschwellige Vorfreude… da ich im Untergeschoss lebe, werde ich sicherlich einiges vom kommenden Geschehen im Zentrum miterleben.

Ach ja, ich könnte meine leuchtend gelbe Daunenjacke ja mal bei der Garderobe abgeben! Die Garderobe liegt mehr als zweihundert Meter entfernt in freier Landschaft. Ich mache mich also auf dem Weg dorthin. Auf halber Strecke sehe ich rechts in den Hammewiesen bei Melchers Hütte weitere Bauaktivitäten. Mensch, das ist ja klasse, die richten die alte Eisenbahnbrücke über die Hamme wieder her! Sogar das vertraute bogenförmige Geländer wurde dafür gewählt. Ich bemerke nicht, dass das Geländer heute Mal flacher ist und mehrere Bögen aufweist – als ich während der Jugendzeit den inoffiziellen Schulweg die Eisenbahnbrücke entlang nahm, waren es nämlich nur zwei Bögen zu jeder Seite. Jedenfalls finde ich es ganz wunderbar, dass diese Strecke wiederbelebt wird! Und offenkundig gehört diese Brücke ebenfalls zum Areal des neuen Zentrums.
Ach, warum will ich meine Jacke so weit zur Garderobe tragen? Das ist ja gar nicht notwendig, es dürfte doch andere Möglichkeiten zur Ablage geben.

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Impressionen rund um Melchers Hütte

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