Home » Traumtagebuch » Ruine mit Tischlein-deck-dich

Ruine mit Tischlein-deck-dich

Traum vom 12. Januar 2010

Auf Erkundungstour mit einem mir zwar unbekannten Paar, aber anscheinend sind wir befreundet. Sowohl der Mann als auch die Frau sind einige Jahre jünger als ich. Wir sind recht weit gekommen. Eine alte Ruine, sehr abgelegen und seit langem verlassen. Inzwischen sind wir bis in eines der Untergeschosse vorgedrungen. Ich erinnere, eigens durch eine schmale viereckige Öffnung – einen Durchschlupf für den Hund – gekrochen zu sein, um in diesen Raum zu gelangen. Es hatte etwas Überwindung gekostet, durch die Enge zu kriechen – vielleicht die Furcht, mich zu verfangen, in Not zu geraten, mich festzufahren, zu blockieren und letztlich hier verenden zu müssen. Aber es war dann gar nicht so schlimm.

Die grauen Mauerreste, die Öffnungen in den Wänden sind von Zeit und Witterung ganz rund geschliffen. Grau, grau… Ich nehme mir in aller Ruhe Zeit, einige wichtige Vorbereitungen für unser nächstes Vorhaben zu treffen. Ich sitze auf einer rechteckigen Steinplatte von der Größe einer Eßtischplatte. Diese Steinplatte hängt an dicken Ketten, die an allen vier Ecken befestigt sind. Ja, es ist so etwas wie ein Tischlein-deck-dich… Allerlei Nahrungsmittel habe ich hier ausgebreitet: unter anderem Käsekuchen und viel zu kleine Zuckerwürfel – das ist einerseits unser Proviant, andererseits dient es zum Mäusefangen. Natürlich dient diese Steinplatte als Fahrstuhl, bringt uns von einer Ebene zur anderen. Kopfschüttelnd sage ich zu meinen Weggefährten: „So ein Blödsinn in diesem Haus! Statt Treppen immer nur diese Steinplattenfahrstühle!“ Wozu, wenn es doch eh nur zwei Ebenen gibt? Ich stelle den Fahrstuhl vor allem deswegen in Frage, weil ich Angst habe, gleich steckenzubleiben, wenn ich in das nächste Untergeschoss fahren will. Nun ja, der Mann wird es schon richten. Außerdem… so recht bedacht… es ist ja kein richtiger Fahrstuhl, sondern einfach nur eine Steinplatte, die der Mann, an ihren Ketten ziehend, eine Ebene tiefer senkt oder wieder hinauf hebt. Keine Seitenwände; es müsste also immer ein Weg offen sein, um mich aus der jeweiligen Lage befreien zu können – auch wenn ich zwischen zwei Ebenen feststecken sollte. Mulmig ist mir aber doch, als ich ich mich im Schneidersitz auf der Steinplatte bereit mache… Es muss weitergehen – natürlich!

Traumpfade:
Bei dieser Steinplatte habe ich gleich an das Tischlein-deck-dich im Schloss Herrenchiemsee denken müssen – ein Tisch, der mittels mechanischer Vorrichtung tatsächlich um eine Ebene gehoben oder gesenkt werden konnte.

Erst kürzlich wurde dieser „Hundedurchgang“ frei: Öffnung der Schwelle zur Nacht

Tags: