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Auf dem Teppich

Traum vom 24. Januar 2010

Die Türen eines Großraumfahrstuhls öffnen sich. Eine Menge Leute sind eingetreten. Ich zögere noch… wenn der Fahrstuhl so voll ist… womöglich bleiben wir zwischen den Stockwerken stecken? Naja, aber es ist schon noch Platz da. Also trete ich ein. Die Fahrt geht aufwärts. Ich setze mich im Schneidersitz mitten im Fahrstuhl auf den alten roten Perserteppich, der den gesamten Boden bedeckt. Doch nach wenigen Augenblicken stehe ich wieder auf, gehe auf den freundlichen Mann zu – der nur wenige Schritte entfernt vor mir stehen blieb, um mit mir in Kontakt zu treten – und entschuldige mich bei ihm. Anfangs zeigt er wenig Verständnis für meine Reaktion, für meinen schnellen Standpunktwechsel, so dass ich erkläre: „Sieh nur! Es ist alles nass!“ Tatsächlich sehe ich jetzt, von hier aus, dass der Teppich viel nasser ist, als ich angenommen hatte. Er ist nicht nur durchtränkt, sondern das Wasser steht sogar in einer dünnen Schicht darauf. Nur dort, wo ich eben saß und der Stoff meiner Jeans am Hosenboden die Flüssigkeit aufgesogen hat, ist eine Stelle, die trockener wirkt. Echt, ich habe keine Lust einen nassen Arsch zu kriegen – wozu auch?

Angekommen, ausgestiegen. Das Schulgebäude hat drei Stockwerke und eine sehr weitläufige Grundfläche. Ich suche nach dem richtigen Klassenzimmer. Es ist klar, dass ich zur Grundschule gehe und diese drei Klassenzimmer zur Verfügung stellt. Doch in welchen der drei Klassenzimmer, die auf den drei Stockwerken verteilt sind, findet der Unterricht für mich statt? Ich laufe die Treppen hinauf und hinab, halte bei jedem Stockwerk inne… lausche… versuche zu erfassen… laufe zum nächsten Stockwerke und so fort. Dann endlich habe ich das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein und betrete das Klassenzimmer in der dritten Etage. Eine eher geringe Zahl von Klassenkameradinnen – alles erwachsene Frauen in etwa meinem Alter – sind bereits am Arbeiten. Nähunterricht! Schon beim Betreten des Klassenzimmers fällt mir ein: So ein Mist, ich habe die fröhlichen Kinderstoffe vergessen! Heute soll doch ein Kinderkleid genäht werden. Sowas Blödes aber auch. Meine Klassenkameradin am Nebentisch meint gelassen: „Aber das macht doch nicht.“ Das irritiert mich… Allerdings stellt sich schnell heraus, dass sie recht hat. Ich halte nun mein fertig genähtes Sommerkleid in den Händen, betrachte die Details und bin richtig erfreut über das schöne Ergebnis. Das Kleid fühlt sich so richtig nach meinem Kleid an. Ein Kleid aus naturweißem Viskosestoff, mit einem floralem Muster in Nachtblau. Der Rockteil hat vorne eine Kellerfalte aus dem gleichen Stoff, nur in Negativ-Farben (naturweißes Floralmuster auf nachtblauem Grund). Es schwingt schön weiblich, ist sauber gearbeitet. Am Oberteil, vordere Mitte, ist ein Stück aus Strick aufgebracht – naturfarbenes Leinen-Baumwollgarn zu einem Ajourmuster verstrickt. Mir gefällt das alles so sehr!

Die Lehrerin kehrt zurück, nimmt mein Kleid unter die Lupe. Ein schneller Blick, Stirnrunzeln und dann der Hinweis: „Das ist nicht richtig.“ Sie bemängelt die Kellerfalte – ausgerechnet jenes Detail, das ich gerade besonders gelungen fand – und sagt, ich habe es verkehrt herum gearbeitet. Die Versäuberung des Saumes beispielsweise gehöre nach innen gewendet, nicht nach außen. Ja, so wie es mir die Lehrerin zeigt, muss ich zustimmen; da habe ich das Innere versehentlich nach außen gewendet. Wie unangenehm, dass mir das passiert ist, und dann noch ohne es bemerkt zu haben. Bin auch enttäuscht, denn ausgerechnet die Kellerfalte fand ich besonders gut gelungen. Als die Lehrerin fort ist, betrachte ich das Kleid, vor allem die bemängelte Stelle nochmals. Sonderbar… nichts davon ist zu sehen. Der Saum ist nach innen versäubert und umgeschlagen. Es ist doch alles richtig!?

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